Anzeige

Wohltäter feiern standesgemäß Jubiläum

Rotarier aus Leonberg und Weil der Stadt haben in 25 Jahren viel Gutes getan Jahren - Neue Partnerschaft mit holländischen Freunden

  • img
    Auf der Charter-Feier zum 25-jährigen Bestehen des Clubs sangen die Rotarier allen Gästen ein Ständchen Fotos: red

Es begann vor 25 Jahren, als sich im März 1993 in Leonberg 15 Männer trafen, um einen Rotary Club zu gründen - mit etwas Schützenhilfe vom benachbarten Club Stuttgart-Wildpark und Mentor Eberhard Bihler. Ziel war von Anfang an, Spenden zu sammeln und damit Gutes zu tun.

Artikel vom 22. Oktober 2018 - 17:30

WEIL DER STADT/LEONBEG (red). "Wir waren eine ziemlich unkonventionelle Truppe", erinnert sich Dietmar Schofer, Mann der ersten Stunde. Da wurde schon mal für ein Alphabetisierungsprogramm in den USA Geld gespendet oder eine Partnerschaft gegründet, ohne sich allzu viel mit Formalien zu beschäftigen. Schnell hat man dazugelernt, neue Mitstreiter gefunden und sich in das Gefüge der Rotary-Welt eingearbeitet, das weltweit 1,2 Millionen Mitglieder hat.

Inzwischen hat sich viel getan: 1000 Sitzungen wurden im Club abgehalten, viele Projekte angestoßen. Anfangs traf man sich im Hotel Eiss, später in der Gerlinger Schillerhöhe. "Unser Club ist von 15 auf 56 Mitglieder angewachsen und hat sich fast vervierfacht", bilanzierte der aktuelle Rotary-Präsident Thomas Seibold auf der Jubiläumsfeier im Parkhotel Leinfelden-Echterdingen. Inzwischen sind auch viele jüngere Mitglieder dazugekommen - und seit dem Jahr 2012 auch Frauen. Christina Almert war das erste weibliche Mitglied. Inzwischen sind es einige mehr. Als "Club von übermorgen" bezeichnet man sich gerne, weil man immer Wert gelegt hat, die künftige Generation einzubinden.

Unzählige gemeinnützige Aktionen wurden gestartet, fast eine Million Euro an soziale Projekte gespendet. Dazu gehört eine Weihnachtsfeier im Hoffmannhaus in Korntal für Kinder aus problematischen Familien oder auch die Förderung begabter Musiker durch die Verleihung des Jugendmusikpreises Leonberg durch den Gründungspräsidenten Hajo Kullmann, der den Rückzug der Stadt Leonberg aufgefangen hat.

Gespendet wurde etwa für die Erdbeben-Opfer in Nepal oder für ein Ärzteteam in Bolivien, das Kindern mit Verbrennungen operiert, oder die Unterstützung von Landwirtschaftsstudenten aus der Ukraine. Auch internationaler Austausch von Jugendlichen aus Leonberg und Umgebung wird gefördert. Ein wichtiger Baustein und ein gesellschaftliches Ereignis ist das Benefizkonzert in der Leonberger Stadthalle mit dem Sinfonieorchester, das Helmut Schmauß seit 16 Jahren auf die Beine stellt. Über die Jahre wurde ein Erlös von 250 000 Euro erzielt, der an die Hospize in Leonberg, Böblingen und Weil der Stadt ging.

Zum Jubiläum gibt es eine Besonderheit: Durch die Besiegelung der Partnerschaft mit dem Club Amsterdam-West begeben sich die Rotarier zwischen Glems und Würm in internationale Gewässer. Die Liaison ist aus einer privaten Initiative von Leonberger Seite aus erwachsen. Künftig treten die beiden Clubs gemeinsam auf - ob es um die Beseitigung des Plastikmülls geht oder um die Verknüpfung regionaler Projekte. Im vergangenen Sommer trafen sich bereits Mitglieder beider Clubs auf den Grachten, um auf die Vermüllung des Wassers aufmerksam zu machen. Die Präsidentin der Amsterdamer Partner, Iris van der Rijden, bedankte sich nun auf der Jubiläumsfeier für die Vorbereitungen der Schwaben, die die Liaison möglich gemacht haben. "Ein super Wochenende, mit alten und neuen Freunden", sagte sie. Die Partnerschaftsurkunde wurde offiziell unterzeichnet. Die Leonberger und Weil der Städter Rotarier freuen sich schon auf die nächsten 25 Jahre.

Präsident Thomas Seibold zitierte auf der Feier den Philosophen Aristoteles: "Freundschaft ist eine eigenständige Sozialbeziehung, die in der Gemeinschaft höchst notwendig und nicht mit anderen Bindungen identisch ist." Dies gelte auch für die rotarischen Freunde im Club.

Verwandte Artikel