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Auch Backhaus und Altbach profitieren von Dätzinger Sanierungsgebiet

Neues Dätzinger Sanierungsgebiet macht Sprung über Ortsdurchfahrt - Finanzierung fällt Grafenau leichter wegen guter Finanzlage

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    Das Sanierungsgebiet Ortskern II: Bisher sollte nur zwischen Dätzinger Ortsdurchfahrt (links), altem Friedhof (Mitte) und Schloss (unten rechts) Innenentwicklung stattfinden. Die Erweiterung des Sanierungsgebietes und der Sprung über die Ortsdurchfahrt ist jetzt beschlossene Sache Fotos: Archiv

Grafenau setzt auf Innenentwicklung und bringt die Ortskernsanierung in Dätzingen voran. Der Gemeinderat beschloss am Mittwochabend eine Erweiterung und fasste den dafür nötigen Satzungsbeschuss. Gespeist wird das Projekt von derzeit üppig sprudelnden Steuereinnahmen. Kämmerin Katrin Lippold legte schwarze Zahlen vor.

Artikel vom 19. Oktober 2018 - 06:00

Von Matthias Weigert

GRAFENAU. Der Grafenauer Gemeinderat hat das aktuelle Sanierungsgebiet "Ortskern Dätzingen II" um einen Bereich nördlich der Ortsdurchfahrt erweitert. Bisher war das Sanierungsgebiet auf den südlich der Döffinger Straße gelegenen Teil des alten Ortskerns beschränkt.

Die Erweiterung umfasst nicht nur das im kommunalen Besitz befindliche Backhaus und einen Teil des Altbaches, sondern auch einige private Wohngebäude. "Das Backhaus ist vor allem im Dachbereich sanierungsbedürftig. Außerdem könnte ein Teil des Altbachs naturnaher gestaltet werden. Außerdem sollen auch private Anlieger dort die Gelegenheit geben, ihr Häuschen mithilfe von Sanierungsmitteln zu sanieren.

Innerhalb der Erweiterung dominiert die sanierungswürdige Wohnnutzung. Die im Untersuchungsgebiet liegende Bachgasse ist laut Gutachten in einem mangelhaften Zustand: "Gehwege fehlen teilweise, obwohl die Bachgasse als Querverbindung eine innerörtliche Erschließungsfunktion hat." Und auch im Bereich der Döffinger Straße sollte die Gehwegsituation verbessert werden, da die Landesstraße ein hohes Verkehrsaufkommen aufweist. Der Altbach soll aus seinem Korsett befreit und zugänglich gemacht werden. Die vorgeschlagenen Maßnahmen können ebenso wie die Sanierungsmaßnahmen im bereits bestehenden Sanierungsgebiet über Sanierungsmittel gefördert werden. Über die Förderung entscheidet der Gemeinderat.

Die Ausweitung des Sanierungsgebietes war im Gemeinderat nicht umstritten. Schließlich scheint über dem Grafenauer Finanzhimmel seit Jahren die Sonne. Und so konnte die Kämmerin der Ratsrunde eine Jahresrechnung 2017 vorlegen, die alle strahlen ließ.

Überschüsse erhöhen Rücklage

Der Überschuss stieg von 440 000 Euro auf sage und schreibe 2,63 Millionen Euro. Vor allem die Gewerbesteuer in Höhe von 2,7 Millionen Euro lag mit 1,1 Millionen Euro über dem Plan. Die Rücklagen schraubten sich zum Ende des Jahres auf fast 2,5 Millionen Euro nach oben und der Schuldenstand betrug 5,1 Millionen Euro. Kämmerin Lippold konnte nach 2016 damit noch einmal einen sehr gute Haushaltsjahrabschluss vermelden.

Und das Finanzhoch bleibt stabil. Die aktuelle Finanzsituation entspricht den Plandaten und sieht einen Überschuss von einer knappen Millionen Euro vor, die der Verwaltungshaushalt erwirtschaftet.

Eine geplante Kreditaufnahme in Höhe von einer halben Million Euro kann trotzdem entfallen, weil aufgrund der Einführung des neuen doppischen Rechnungswesens keine Haushaltsreste mehr gebildet werden dürfen. Bisher wurden finanzierte, aber nicht umgesetzte Maßnahmen ins nächste Haushaltsjahr überführt - einschließlich der eingestellten Mittel. Da im Haushalt 2018 rund 645 000 Euro nicht ausgegeben werden, müssen diese gestrichen und gegebenenfalls neu im Haushalt eingestellt werden.

"Das ist eine Hypothek in die Zukunft", ärgerte sich Bürgermeister Thüringer, der bekanntermaßen nicht zu den Freuden der neuen Haushaltssystematik gehört - vor allem auf Grund der dann auch nötigen Abschreibungen, die dann ins Kontor der Kämmerin schlagen werden.

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