Magstadt verschenkt Wartehäuschen

Überflüssige Unterstände am Marktplatz passen nicht ins Erscheinungsbild der "Ortsmöblierung"

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    Mag holen, wer's brauchen kann, Magstadter Vereine haben Vorrang: das Buswartehäuschen am unteren Marktplatz Foto: Simone Ruchay-Chiodi

Artikel vom 18. September 2018 - 20:18

Von Werner Held

MAGSTADT. Wenn die Umgestaltung der öffentlichen Flächen in der Ortsmitte abgeschlossen ist, sind die Buswartehäuschen am unteren Marktplatz übrig. Die CDU-Fraktion im Gemeinderat wollte, dass sie an die Johannes-Kepler-Schule und an den Esslinger Weg versetzt werden. Das aber fand keine Mehrheit. Die Unterstände passen nach Ansicht von Verwaltung und Ratsmehrheit ins Bild der vom Bauhof kreierten "Möbel", mit deren Aufstellung die Gemeinde bereits begonnen hat.

Nach der Umgestaltung der Marktplätze fährt am Rathaus kein Bus mehr vorbei. Die beiden Wartehäuschen am unteren Markt müssen deshalb weg. Den Christdemokraten im Rat sind sie zu schaden, um sie einfach wegzuschmeißen. "Die Firma Luginsland hat sie vor rund 25 Jahren gezimmert, sie prägen das Erscheinungsbild unseres Orts", argumentierte Hans-Ulrich Protzer in der letzten Gemeinderatssitzung. Seine Fraktion hatte beantragt, die Hütten "ressourcenschonend zu versetzen" - und zwar an die Haltestellen Johannes-Kepler-Schule und Esslinger Weg.

Die Verwaltung hielt dagegen. Sie führte die "verhältnismäßig hohen Kosten" ins Feld, die der Abbau der Häuschen, deren Überprüfung auf Standsicherheit und die Anpassung an die andersartigen topografischen Bedingungen an den Wunschstandorten der CDU verursachen würden. Zudem hat der Gemeinderat vor zwei Jahren beschlossen, dass Buswartehäuschen, Sitzmöbel und andere Ausstattungsstücke im öffentlichen Raum ein neues Design verpasst werden sollen. Die Leute vom Bauhof haben damals extra aus Lärchenholz was Eigenes entworfen. Wartehäuschen und Sitzhocker passen zusammen. Die Sitzgelegenheiten sollen sich auch an anderen Stellen im Ort wiederfinden. Mit dem einheitlichen Erscheinungsbild möchte die Gemeinde nicht nur die Identifikationswirkung verbessern, sondern auch für den öffentlichen Personennahverkehr werben.

"Die neuen Häuschen kommen daher wie graue Mäuse", mäkelte Hans-Ulrich Protzer an der kommunalen Eigenkreation herum. Bernd Nass (Freie Liste) pflichtete den Christdemokraten bei: "Eine gute Idee, dieses Wahrzeichen von Magstadt zu erhalten."

Nicht allen Gemeinderäten gefällt der neue Look

Dass die Häuschen jemals als Wahrzeichen getaugt haben, bezweifelt Rudolf

Franko (SPD), hat er doch, kaum dass sie in Magstadt standen, in Weil der Stadt-Hausen dieselben gesehen. Brigitte Armbruster (Freie Wähler) riet auch dazu, auf die Häuschen zu verzichten: "Eine Versetzung ist nicht sinnvoll, da sie nicht mehr im besten Zustand sind."

Thomas Jarmer (Freie Wähler) regte an, die überflüssigen Hütten an Vereine oder Privatleute abzugeben. Sein Fraktionskollege Stephan Scheel hatte gleich einen potenziellen Interessenten im Auge: "Auf dem Sportgelände An den Buchen könnten sie als Verkaufsstände aufgestellt werden." Diese Idee wurde schließlich in einen Antrag gegossen, der eine breite Mehrheit fand: Wer möchte, kann die Buswartehäuschen auf eigene Kosten abbauen und für seine Zwecke verwenden. Vereine aus Magstadt erhalten dabei den Vorzug vor anderen Interessenten. Wer an einer Hütte Interesse hat, kann sich ans Rathaus wenden.

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