"Wichtigste Aufgabe: aus Terroristen wieder Menschen machen"

Emeritierter Patriarch von Damaskus stattet dem katholischen Pfarrer in Renningen, Franz Pitzal, überraschend einen besuch ab

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    Der emeritierte Patriarch on Damaskus Gregorius III. (rechts) übergibt sein Gastgeschenk an Pfarrer Franz Pitzal Foto: red

Artikel vom 13. September 2018 - 16:12

RENNINGEN (red). Völlig überraschend kam der emeritierte Patriarch von Damaskus Gregorius III. nach Renningen. Über das, was in diesen Tagen in Syrien geschieht, konnte er einiges sagen. Es scheint, so der Patriarch, als ob es zur Endschlacht mit dem IS kommt. Was das Land brauche, sei kein militärischer Sieg vonseiten der Russen oder der Amerikaner, sondern die Bereitschaft zur Versöhnung. "Die Menschen, die nicht zur Versöhnung bereit sind, haben keinen Platz in diesem Land. Es geht nicht, das wir dauernd in Kriegen leben", meinte Gregorius III.

Sein Hauptanliegen ist es, dass die Menschen bereit sind, wieder in ihre zerstörte Heimat zurückzukehren, heißt es in einer Pressemitteilung des katholischen Kirchengemeinde Renningen. Viele sind, wie der Patriarch berichtet, zwar noch unentschlossen, aber der größte Teil möchte zurück. Vorrangig geht es um den Ort Daraja. 50 Familien mit etwa 600 Personen sind gerade dabei zurückzukehren. Sie brauchen Hilfe.

Wichtig wäre auch, dass das Krankenhaus mit 60 Betten in Chabab, etwa 60 Kilometer von Damaskus entfernt, fertig gestellt werden kann. Dazu sind noch Einrichtung und Betten nötig. Die wichtigste Aufgabe, so die Meinung des Patriarchen, ist es, "aus Terroristen wieder Menschen zu machen, ihnen Hass und Feindschaft zu nehmen, um Frieden ins Land hineinzutragen".

Renningens katholischer Pfarrer Franz Pitzal hat dem Patriarchen Unterstützung zugesagt und ihm auch einen kleinen Betrag für den Wiederaufbau mitgegeben. Der Patriarch, der auch für Jerusalem zuständig war, übergab Pitzal das Großkreuz Jerusalems und - was für die orthodoxe Kirche noch viel wichtiger ist - auch ein Antependium. Das ist ein Altartuch, das im Ritus Antiochiens auch als Reliquienmantel bezeichnet wird, ähnlich wie die Reliquien, die in katholischen Kirchen eingemauert sind.

Mit großer Begeisterung schaute sich der Patriarch das in der Mitte von Renningen entstehende H an, das 101 Länder aufzeigt, in die Renningen seine Hilfe schickte: Darunter ist auch Syrien. Sehr interessiert war er auch am Kreuzweg, den Pfarrer Pitzal für die Renninger Kirche geschaffen hat und der Entwicklungen der Gegenwart mit dem Leiden Christi in Verbindung bringt.

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