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Gehgemeinschaft statt Elterntaxi

ACE-Tipps, wie Kinder auf den selbstständigen Gang zur Schule vorbereitet werden können

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    Auf dem Schulweg sammeln Kinder wertvolle Erfahrungen. Nur sollten sie die Eltern entsprechend darauf vorbereiten, dass sie sich sicher im Verkehr bewegen können Foto: red

Artikel vom 06. September 2018 - 17:24

SINDELFINGEN/KREIS BÖBLINGEN (red). Zum Ende der Sommerferien appelliert der ACE, Deutschlands zweitgrößter Autoclub, an alle Eltern, den Schulweg zu Fuß oder per Fahrrad gemeinsam mit den Kindern zu üben. Um Gefahren zu vermeiden, sollten Eltern zunächst mit ihren Kindern einen sicheren Weg festlegen und diesen auch mehrmals zusammen ablaufen. Der Weg selbst muss nicht der kürzeste sein, sondern sollte schwierige Straßen und Kreuzungen möglichst umgehen.

Das Elterntaxi hingegen sollte gemieden werden, empfiehlt der ACE. Denn das Gefühl, das Auto sei sicherer, täusche. "Gerade vor den Schultoren sind Elterntaxis eine Gefahr für die Kinder, die wegen ihrer Größe zwischen den parkenden Autos nicht gesehen werden. Außerdem können Kinder auf dem Autorücksitz keine Erfahrungen im Straßenverkehr sammeln. Ihnen gehen durch ein regelmäßiges gefahren werden wichtige Kompetenzen im Straßenverkehr verloren und auch die motorischen Fähigkeiten schwinden", sagt Gerhard Ruoff aus Sindelfingen, der Vorsitzende des ACE-Kreises Böblingen.

Wenn an der Autofahrt kein Weg vorbeiführe, dann sollten sich die Eltern zusammen mit den Schulen für die Einrichtung von Hol- und Bringzonen beziehungsweise sogenannten "Kiss + Ride"-Halteplätzen stark machen, rät der ACE. "In einiger Entfernung zur Schule und an einer sicheren Stelle festgelegt, können Eltern hier ihre Kinder verabschieden; die Reststrecke laufen die Kinder dann selbstständig zu Fuß."

Ruoff betont: "Das Zu-Fuß-Gehen fördert neben der eigenständigen Mobilität auch die Konzentrationsfähigkeit der Kinder. So sind Kinder, wenn sie zu Fuß gehen, bereits vor dem Unterricht ausgezappelt und aufnahmefähiger für den Schulstoff. Dies bestätigen Schulmediziner." Der ACE empfiehlt aus diesem Grund und zur Erhöhung der Sicherheit eine Bannzone für Autos von mindestens 250 Metern um Schulen herum.

Um Eltern zu unterstützen und ihnen die Sorge zu nehmen, dass ihre Kinder nicht sicher sein könnten, wenn sie selbstständig zur Schule gehen, hält der ACE einen Schulweg-Ratgeber bereit. Er enthält 14 Tipps für einen sicheren Schulweg und ist unter https://http://www.ace.de/ratgeber/verkehrssicherheit/sicherheitstipps/ zu finden.

Damit das Zu-Fuß-zur-Schule-Gehen nicht scheitert, weil den Eltern die Zeit wegläuft, empfehlen ACE-Verkehrssicherheitsexperten: "Sprechen Sie mit anderen Eltern, dass man sich als Begleiter abwechselt, und organisieren Sie einen ,Walking Bus als Gehgemeinschaft auf dem Weg zur Schule."

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