Wegen Interims-Kita: Renninger Ritter-Festival fällt aus

Freye Rittersleut zu Randingen verzichten in diesem Jahr auf ihr Mittelalter-Spektakel

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    Keine Ritterkämpfe, kein Markt: Das Mittelalter-Spektakel der Freyen Rittersleut zu Randingen fällt in diesem Jahr aus Foto: Archiv

Artikel vom 31. August 2018 - 13:18

Von Werner Held

RENNINGEN. Die vergangenen zehn Jahre lagerten um diese Zeit Die Ritter der Schwarzen Lanze, Mercenarius, Die Scharfrichter, Appendix Medieval, das Augsburger Heerlager, die Maximilianische Artillerie zu Baden, der Hardråde-Clan und Konsorten in Renningen. Das Mittelalter-Spektakel der Freyen Ritterleut zu Randingen zog ganze Heerscharen von historisch gewandeten Fahrensleuten in die Stadt. Und es lockte Tausende von Neugierigen an, die Schwert- und Reiterkämpfe, Quacksalber und Erzähler, Löffelschnitzer und Marketenderinnen live erleben wollten. 2018 fällt das Mittelalter-Spektakel aus, weil die Stadt auf eine Ecke des Marktgeländes auf den Schulwiesen einen Kindergarten stellt.

Die Freyen Rittersleut zu Randingen hatten in den letzten Jahren sämtliche Wiesen- und Freiflächen rund um das Schulgelände an der Jahnstraße mit ihrem Historienfestival belegt. Doch die Stadt braucht dringend Kindergartenplätze. Und weil sich der Bau eines regulären Kindergartens noch eine Weile hinzieht, stellt sie in ihrer Not eine Interimslösung auf die Schulwiesen an der Jahnstraße. Die Auflager für die "mobilen Raumzellen", die dort aufgesetzt werden sollen, sind bereits gesetzt.

Die Vorbereitungen für das mittelalter-Spektakel beginnen jeweils im Oktober des Vorjahres, sagt Berno-Dag Maier, der Chef der Freyen Rittersleut. Weil im Oktober 2017 nicht abzusehen gewesen sei, wie die Baustelle auf der einen Ecke des Festgeländes aussehen wird, habe der Vorstand beschlossen, auf das Historienfest in diesem Jahr zu verzichten. Der Verein hätte Verträge mit Ausstellern schließen müssen, ohne ausreichende Planungssicherheit zu haben. Dieses Risiko war ihm zu groß. "Lieber gar kein Markt als ein schlechter Markt", sei der Tenor im Verein gewesen, berichtet Maier.

Mit dem Gelände, auf dem der Kindergarten gebaut wird, würden die Rittersleut ein wichtigen Teil des Marktgeländes verlieren, sagt Maier. Zum einen sei dort traditionellerweise das Lager für die Pferde. Zum anderen sei diese Fläche organisatorisch für die Abwicklung des Spektakels notwendig.

"Wir sind mit der Stadt im Gespräch", sagt Berno-Dag Maier zur Zukunft des Mittelalter-Spektakels. Denn das Kindergarten-Provisorium, das zur Absage in diesem Jahr geführt hat, ist auf zehn Jahre angelegt. Ein anderes Gelände für die Veranstaltung sieht Maier nicht. "Wir brauchen ja Strom-, Wasser- und Abwasseranschlüsse für die gastronomischen Betriebe", betont der Rittersleut-Chef. Doch er ist sicher, dass eine Lösung gefunden wird: "Wir sind immer optimistisch."

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