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Personenschutz für Oberbürgermeister Vöhringer

Nach Fridi Millers Droh-Video im Netz ermittelt die Polizei

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    Foto: Archiv

Artikel vom 25. Juli 2018 - 17:48

Von Siegfried Dannecker

SINDELFINGEN. Was Fridi Miller bewogen hat, jüngst eine Hetz-Video-Botschaft ins Netz zu stellen - wer weiß es. Sicher ist, dass man die Drohung der Sindelfinger Dauerkandidatin bei Bürgermeisterwahlen im Rathaus ernst nimmt. Die 48-Jährige fordert in dem Video ungeschminkt dazu auf, dem Sindelfinger Stadtchef Bernd Vöhringer, dessen Adresse sie überdies angibt, Gewalt anzutun. Ihren "Freunden" gibt sie darin ein "Go. Leute, Ihr habt mein Okay."

In dem "besorgniserregenden ,Auftritt' Millers in dem Internet-Video" liegt für Stadtpressesprecherin Nadine Izquierdo ein mögliches Gefährdungspotenzial für ihren Chef. Das Video wurde inzwischen entfernt. Die Stadt hat Anzeige erstattet. Sicherheitshalber begleiten das Stadtoberhaupt derzeit zwei Personenschützer einer privaten Sicherheitsfirma auf öffentlichen Terminen.

Ordnungsamt spricht Annäherungsverbot aus

Auch soll Friedhild Miller vom Ordnungsamt der Stadt, die auch Untere Polizeibehörde ist, die Auflage eines Annäherungsverbots ausgehändigt bekommen haben: Näher als 20 Meter darf sie demzufolge ihrem selbsterkorenen Feindbild nicht kommen. Angeblich schlachtet sie auch das schon wieder auf ihren Kanälen aus. Im Polizeipräsidium in Ludwigsburg bestätigt man, den neuerlichen Ausbruch Millers verfolgt zu haben. Das Video habe man "gesichtet und sichergestellt"; man sei "präventiv tätig geworden", wie Pressesprecherin Tatjana Wimmer sagt. "Gefährderansprache" heißt das im Polizeijargon.

Fridi Miller, die nach KRZ-Informationen mittlerweile juristisch als "strafunmündig" gilt, ist mit zwei Profilen in sozialen Medien unterwegs, die sie exzessiv nutzt. Auf OB Vöhringer hat sie sich eingeschossen. Ihn denunziert sie als "Kinderschänder" und fühlt sich von einer Psycho-Sekte verfolgt. Die Sindelfingerin kandidiert in Dutzenden von Gemeinden für Bürgermeisterposten erfolglos und ficht hinterher die Wahlergebnisse an. So konnte Bernd Vöhringer erst nach einem Jahr offiziell wieder ins Amt als OB eingesetzt werden. Grund war ein Urteil des Verwaltungsgerichtshofs Mannheim, nachdem Miller in vorigen Instanzen unterlegen war. Das aktuelle Video könnte eine Reaktion darauf sein. Auch Böblingens Rathauschef Stefan Belz muss derzeit als Amtsverweser gelten. Nicht anders der Fall des unlängst in Freiburg gewählten Oberbürgermeisters Martin Horn.

Miller hatte in Sindelfingen kandidiert und in den Kandidatenvorstellungen bizarre Auftritte hingelegt, außerdem in Magstadt, Böblingen, Holzgerlingen oder Hildrizhausen. Ihre permanenten Wahlanfechtungen beschäftigen die Justiz in hohem Maße. Gerichte und Behörden überschwemmt sie aktenordnerweise, ohne dass sie bisher hätte gebremst werden können.

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