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Döffinger Flurbereinigung setzt auf Beteiligung der Eigentümer

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    Landwirte rund um Döffingen haben es derzeit mit vielen verschiedenen Besitzverhältnissen und kleinen Parzellen bei der Bewirtschaftung zu tun Foto: Bischof

Das Amt für Flurneuordnung beim Landratsamt Böblingen hat für die östliche Markungsfläche von Döffingen im Jahr 2015 die Neuaufnahme einer Flurneuordnung angestoßen. Nach einer ersten Informationsveranstaltung haben aber viele Grundstücksbesitzer noch Vorbehalte.

Artikel vom 18. Mai 2018 - 18:00

Von Matthias Weigert

GRAFENAU. Dies wurde in der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend sehr deutlich, als auch die Auswertung der von den Grundstücksbesitzern ausgefüllten Fragebögen vorgestellt wurde.

"Ohne Stücklesbesitzer geht aber gar nichts", betonte Bürgeremeister Martin Thüringer, der die Vorbehalte der Grundstücksbesitzer zwar nachvollziehen kann, aber im weiteren Verfahren zerstreuen will. Dies soll gelingen mithilfe eines Beteiligungsforums, das die Grundsätze der Flurneuordnung in konkrete Maßnahmen gießen soll. Darin sind sich Rathaus und Gemeinderat mit den Behördenvertretern aus dem Landratsamt an diesem Abend auch einig. Denn es sei höchste Zeit, dass sich in Sachen Flächenneuordnung im Döffinger Osten etwas tue, so Thüringer weiter, der die Grundstücksbesitzer einlädt, das künftige Geflecht aus Wiesen, Äckern und Wegen mitzugestalten: "Mein Ziel ist es, Vertrauen aufzubauen und den kritischen Stimmen Gehör zu verschaffen. Wir müssen aufeinander zugehen. Deshalb werden wir auch dem Wunsch nachkommen, den Außenbereich weiter hinauszuschieben, damit niemand Bauerwartungsland abgeben muss."

Bereits im März 2017 fand im Graf-Ulrich-Bau eine Infoveranstaltung zur geplanten Flurneuordnung rund um Döffingen statt. Rund 200 Grundstückseigentümer und weitere interessierte Bürgerinnen und Bürger folgten damals der Einladung des Landratsamtes. Mit der Flurneuordnung im Außenbereich der Gemarkung Döffingen sollen die Erschließungssituation und die Produktions- und Arbeitsbedingungen bei der Bewirtschaftung dieser Flächen nachhaltig verbessert werden. Die Mehrzahl der Flurstücke in diesem Gebiet hat keine rechtlich gesicherte Erschließung durch Anbindung an einen öffentlichen Weg. Außerdem sind die Besitzverhältnisse meist zersplittert und durch zahlreiche kleine, für die heutigen landwirtschaftlichen Maschinen ungünstig geformte Flurstücke geprägt.

Offenheit bei Abgrenzung

Ein Flurneuordnungsverfahren soll ein zeitgemäßes Wegenetz ermöglichen. Eine Bodenordnung, die für Zusammenlegung und Neuteilung der Flurstücke sorgt, ist dafür nötig. Weitere Ziele des Verfahrens sind der Erhalt und die Sicherung ökologisch bedeutsamer Flächen sowie die Berücksichtigung der kommunalen Infrastrukturplanungen und des Freizeitnutzungsbedarfs im Außenbereich. Nach den aktuellen Planungen soll das Flurbereinigungsgebiet den größten Teil der landwirtschaftlich bedeutsamen Flächen der Gemarkung Döffingen mit über 2200 Flurstücken umfassen, die rund 600 Grundstückseigentümern gehören.

Aus Sicht der Eigentümer besonders wichtige Punkte, die bereits bei der Informationsveranstaltung thematisiert und diskutiert wurden, sind der Flächenbedarf für das Wegenetz und öffentliche Flächen, entstehende Kosten und Fördermöglichkeiten.

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