Tausende feiern Renninger Feuerwehrjubiläum

Freiwillige Feuerwehr Renningen beging am Wochenende ihr 150-jähriges Bestehen mit einem ansprechenden Rahmenprogramm

  • img
    Am Sonntag zeigte die Blaulichtmeile das große Hilfsangebot der Rettungskräfte Fotos: SDMG

Eine Feuerwehr-Präsentation der Superlative konnte man am vergangenen Wochenende in Renningen erleben: Anlässlich ihres 150-jährigen Bestehens haben die Renninger Floriansjünger der Bevölkerung die ganze Vielfalt der Feuerwehr eindrucksvoll demonstriert.

Artikel vom 03. Juli 2017 - 14:00

RENNINGEN (red). Internationale Feuerwehrwettkämpfe, Leistungsabzeichen, Fachseminare für Feuerwehrangehörige sowie eine Fahrzeugausstellung aller Rettungsorganisationen mit verschiedenen Vorführungen und einem umfangreichen Kinderprogramm begeisterten die vielen tausend Besucherinnen und Besucher. Die 170 Feuerwehrangehörigen um den Kommandanten Erhard Mohr nahmen das Jubiläum zum Anlass, um der Bevölkerung die ganze Vielfalt der Feuerwehr und der anderen Hilfsorganisationen anschaulich zu demonstrieren.

"Feuerwehr zusammen sehen, Feuerwehr zusammen erleben", hieß auf der Blaulichtmeile. Auf exakt 1609 Metern erwartete die Besucher ein großes Familienprogramm mit Action und Informationen rund um die Themen "Retten. Löschen. Bergen. Schützen". An zahlreichen Mitmach-Stationen kamen alle Feuerwehrfans, ob groß oder klein, garantiert auf ihre Kosten. Hier präsentierten sich an 39 Ständen die unterschiedlichsten Hilfsorganisationen von Feuerwehren bis DLRG und Bergwacht. "In der heutigen Zeit müssen alle Rettungsorganisationen Hand in Hand arbeiten", betont Kommandant Erhard Mohr. Man bekam einen anschaulichen Blick hinter die Kulissen präsentiert, der das Fachpublikum ebenso faszinierte wie Laien. Zu sehen gab es von den Ausrüstungsfirmen deren neuentwickelten Fahrzeuge. Und man bekam Antworten auf Fragen. Und besonders mutige Besucherinnen und Besucher konnten zugunsten der "Aktion Notnagel" die Rankbachstadt von einem 46 Meter hohen Kran aus betrachten.

Sehr gute Leistungen gab es bei den internationalen Feuerwehr-Wettbewerben: "Brandobjekt geradeaus, Wasserentnahmestelle der Bach, Verteiler nach zwei B-Längen, Angriffstrupp legt Zubringerleitung. Mit je zwei C-Längen, erstes und zweites Rohr vor - Pfiff!", tönt eine Lautsprecher-ansage durch das Renninger Stadion. Beim Pfiff hechten die Feuerwehrangehörigen an die bereit gelegten Gerätschaften. In Windeseile bauen sie die Schlauchleitung von der Wasserentnahmestelle bis zu den beiden C-Strahlrohren auf. Dabei bewegen sie sich derart flink, dass man als Beobachter die einzelnen Handbewegungen nur erahnen kann. Klack, klack, klack - und die Löschleitungen liegen. Allein das Brandobjekt fehlt und auch der Bach zur Wasserentnahme. Was auf den ersten Blick nach einer Trockenübung aussieht, ist viel mehr: "Es ist Turniersport auf höchstem Niveau", weiß Roland Pfau, der Fachgebietsleiter Wettbewerbe im Landesfeuerwehrverband Baden-Württemberg.

Bei Internationalen Wettbewerben hat Kuppinger Team die Nase vorn

Bei den internationalen Feuerwehrwettbewerben maßen sich in Renningen 20 Teams aus dem In- und Ausland beim "Löschangriff trocken" und dem anschließenden Hindernis-Staffellauf um die Pokale - darunter die besten deutschen Mannschaften in dieser Sportart. Nicht zu schlagen war das Team aus Herrenberg-Kuppingen mit einer sehr guten Zeit von 32,9 Sekunden beim Löschangriff trocken. Im zweiten Wettbewerbsteil, einem Hindernis-Staffellauf, hatte ebenfalls das Kuppinger Team mit 57,1 Sekunden die Nase vorn. Die Plätze 2 und 3 belegten die Mannschaften aus Lich Nieder Bessingen (Hessen) vor dem Gastgeber-Team Renningen A. Der Renninger Kommandant Erhard Mohr war freilich zufrieden mit dem sehr guten Abschneiden seiner Mannen. "Das ist die Belohnung für den enormen Trainingsfleiß", freute er sich und hofft, dass es für sein Team in eineinhalb Wochen bei der Feuerwehr-Olympiade in Villach für eine Goldmedaille reichen wird. Denn: Für Renningen und Kuppingen waren die Wettbewerbe in Renningen die Generalprobe für die Feuerwehr-Olympiade, die Mitte Juli in Villach/ Österreich ausgetragen werden wird.

Leistungsabzeichen und Jugendleistungsspange

31 Gruppen traten an, um sich das Feuerwehr-Leistungsabzeichen Baden-Württemberg in Bronze, Silber und Gold abnehmen zu lassen. "Das Leistungsabzeichen ist ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung bei den Feuerwehren und soll durch intensives Training dazu beitragen, die notwendige Sicherheit im Einsatz zu erlangen", erläutert der Böblinger Kreisbrandmeister Guido Plischek. "Durch das Üben beherrscht man die Abläufe und lernt auch das Fahrzeug und die Gerätschaften sehr gut kennen", erzählt Plischek weiter. Außerdem werde durch die Vorbereitungen auf das Leistungsabzeichen auch gemeindeübergreifend die Kameradschaft und der Zusammenhalt unter den jungen Feuerwehrleuten gefördert, was gerade im Einsatzfall unverzichtbar sei.

Für das Feuerwehr-Leistungsabzeichen muss ein Löscheinsatz in einer genau beschriebenen Abfolge und in einer festgelegten Zeit abgearbeitet werden. Die Schiedsrichter rund um Obmann Gunter Seeger wachten mit Argusaugen auf korrekt durchgeführte Handgriffe. Neben dem für alle Stufen obligatorischen Löscheinsatz musste in der Silber- und Goldstufe zusätzlich eine technische Hilfeleistung vorgenommen werden. Für das Abzeichen in Gold mussten die in Renningen angetretenen Gruppen zudem in einer schriftlichen Prüfung Fragen zur Feuerwehrtätigkeit beantworten. "Das Leistungsniveau der Teilnehmer war prima. Man hat gemerkt, dass viel gelernt und geübt worden war", zeigt sich Gunter Seeger zufrieden.

15 Jugendfeuerwehrgruppen zeigten in Renningen ihr Können und konnten bei der Siegerehrung stolz ihre Leistungsspangen der Deutschen Jugendfeuerwehr entgegen nehmen. "Jede Gruppe muss fünf Disziplinen ablegen: Einen Löschangriff und einen Staffellauf sowie Wettbewerbe rund um Schnelligkeit, Kraft und Feuerwehr sowie Allgemeinwissen", erklärt Kreisjugendwart Gianluca Biela.

Feierlich wurde es am Samstagabend bei der großen Siegerehrung im Rankbachstadion, bei der alle 1000 Wettkämpfer mit ihren Betreuern noch einmal antraten. "Renningen war ein perfekter Gastgeber", dankte Willi Dongus, Geschäftsführer des Landesfeuerwehrverbands Baden-Württemberg für zwei ereignisreiche Tage.

Verwandte Artikel