SpVgg Aidlingen: Zusammenschluss mit Deufringen nicht abwegig

Hauptversammlung: Gespräche mit dem FSV über eine gemeinsame Zukunft sollen vertieft werden

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    Vorstandssprecherin Gisela Grammerstorff und ihr Kollege Thomas Pfann rahmen die Jubilare der SpVgg Aidlingen ein Foto: Schmidt

Das vielfältige Angebot sowie eine geordnete Bilanz bestimmten das vergangene Sportjahr bei der SpVgg Aidlingen. Aber auch den drohenden Abstieg der Fußballer thematisierte Gisela Grammerstorff bei der Hauptversammlung am Freitagabend vor gut 50 Mitgliedern im Vereinsheim auf dem Vogelherdle.

Artikel vom 23. April 2017 - 18:12

Von Holger Schmidt

AIDLINGEN. Bei der Spvgg Aidlingen ist einiges geboten: 35 ehrenamtlichen Trainer und Übungsleiter sind dort engagiert, die Mitgliederzahl ist um fast 50 auf jetzt 974 gestiegen. Und trotzdem gibt es sorgen - im Bereich des Fußballs, der einst so stolzen und erfolgreichen Sparte der Spvgg.

"Der Vorstand steht hinter euch", versprach die Vorstandssprecherin Gisela Grammerstorff den Aidlinger Fußball trotz schlechter Zeiten nicht hängen zu lassen. "Unser Verein steht für Zusammenhalt, Engagement und Fairness", betonte sie. Sie und ihre Vorstandskollegen Martin Rahn, zuständig für die Finanzen der SpVgg, und der für Technik und Bauwesen verantwortliche Thomas Pfann wären jedoch keine gute Vereinsführung, wenn sie sich gemeinsam mit Fußballabteilungsleiter Edgar Benz und den anderen Ausschussmitgliedern nicht auch Gedanken um eine Lösung der Misere gemacht hätten.

Dass die Probleme des SpVgg-Fußballs durchaus tiefer liegen als nur in den offen angesprochenen Kommunikations- und Motivationsdefiziten, die ihren Ausdruck in verlorenen Spielen finden, verdeutlichte der genauere Blick in die Mitgliederstatistik. Während die Fußballabteilung nämlich bei den erwachsenen Mitgliedern mit einem starken Drittel vor Handball und Freizeitsport rangiert, hat beim Nachwuchs der Handball deutlich vor dem Freizeitsport die Spitzenposition inne und die Kicker rangieren nur an dritter Stelle.

"Ohne Spielgemeinschaften geht es bei der Jugend nicht mehr", erklärte Edgar Benz im Abteilungsbericht. Bevorzugter Partner ist der zweite Aidlinger Verein, der FSV Deufringen. Noch deutlicher wurde Gisela Grammerstorff, indem sie unter anderem auf gemeinsame Gesprächsrunden der beiden Vereinsvorstände verwies. "Wir müssen unsere Kräfte bündeln, um die Aidlinger Vereinslandschaft fit für die Zukunft zu machen", lautet ihre klare Überzeugung. Man wolle die freundschaftlichen Kontakte zum FSV Deufringen weiter pflegen und vertiefen und selbst ein Zusammenschluss sei nicht abwegig - "aber nicht von heute auf morgen". "Lassen sie uns ihre Meinung wissen", appellierte sie an die Vereinsmitglieder. Bürgermeister und Sportkreispräsident Ekkehard Fauth, der die einstimmige Entlastung der SpVgg-Führungsmannschaft durchführte, stieß ins gleiche Horn, indem er auf Vereinsfusionen in Grafenau und Leonberg abhob. "Es funktioniert", so seine Erkenntnis, "ähnlich wird's hoffentlich auch in Aidlingen durchs Loch 'nausgehen".

Weichen stellen konnte die SpVgg Aidlingen schon jetzt in punkto Vorstandsteam. Hatte Gisela Grammerstorf doch bereits im Vorjahr ihren Rückzug nach über drei Jahrzehnten im Ehrenamt angekündigt. Mehr als 20 mögliche Nachfolgekandidaten sprachen die Verantwortlichen auch außerhalb des Vereins an, aber fündig wurden sie schließlich doch in den eigenen Reihen. Tischtennisabteilungsleiter Erwin Bischoff, der im August in den beruflichen Vorruhestand geht, warf seinen Hut für 2018 in den Ring. "Ich stehe bereit", versicherte er, nachdem Gisela Grammerstorff für ein weiteres - letztes - Jahr die einhellige Zustimmung der Versammlung gefunden hatte.

Unter den 24 zum Abschluss ausgezeichneten Mitgliederjubilaren ragten mit sieben Jahrzehnten bei der heuer 110 Jahre alt werdenden Sportvereinigung Aidlingen Bruno Haug und Walter Löffler besonders heraus.

60 Jahre dabei sind Friedrich Burkhardt, Jakob Butsch, Horst Reichert, Günter Schneider und Walter Wochele, genau ein halbes Jahrhundert Heinz und Helmut Bauer sowie Manfred Heinrich.

Auf 40 Jahre bei der SpVgg bringen es Hannelore Benz, Jürgen Klippel, Fritz Schlichter, Adelheid und Oliver Schneider sowie Wolfgang Wintter junior, das Vierteljahrhundert machten Rene Hechler, Steffen Hirth, Renate Hotzy, Erik Nüßle, Christine Schmid, Kerstin Skarke, Petra und Renate Wellinger voll. Ehrungen fürs Funktionärsamt erhielten Erwin Bischoff, Edgar Benz und Kassenprüfer Wilfried Lisson.

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