Liebesgrüße von und für Philatelisten

34. Internationale Briefmarken-Börse lockt Fachpublikum und Sammler in die Messe Sindelfingen

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    Leckerbissen für Briefmarkensammler: der Sonderstempel "Liebesbriefe"

Artikel vom 14. Oktober 2016 - 16:48

SINDELFINGEN (red). Vom 27. bis zum 29. Oktober findet in der Messe Sindelfingen die 34. Internationale Briefmarken-Börse statt. Eine Thema sind unter der Überschrift "Ewig möcht ich Dir gehören" Liebesgrüße aus der Belle Époque und den 1920er-Jahren.

Zärtliche Sprüche, romantische Bildmotive: Auf der Internationalen Briefmarken-Börse gibt es eine charmante Auswahl an historischen Liebes-Ansichtskarten zu bewundern. Die Exponate stammen aus der Zeit der Belle Époque und aus den späten 1920er-Jahren. Was passt besser zum Tag der Briefmarke, der in diesem Jahr unter dem Motto "Liebesbriefe" steht?

Es war eine Zeit, in der man sich noch auf diesem Wege seine große Liebe zeigte: Im späten 19. und im frühen 20. Jahrhundert waren - neben dem klassischen Liebesbrief, versteht sich - bezaubernde Ansichtskarten der romantische Überbringer einer Liebesbotschaft. Auf der Internationalen Briefmarken-Börse werden solche Liebes-Ansichtskarten in diesem Jahr als Exponate präsentiert. "Ewig möcht ich Dir gehören?" oder "Glückliche Stunden" lauten die Titel der Karten, versehen mit Motiven von glücklichen Paaren. Das älteste der gezeigten Exponate, aufwendig gestaltet mit Rosen aus Stoff, stammt aus dem Jahr 1898.

"Die Liebeskarten stammen aus unserem privaten Fundus", erklärt Dieter Schaile, passionierter Philatelist und seit Kurzem Vorsitzender des Landesverbands Südwestdeutscher Briefmarkensammlervereine im Bund Deutscher Philatelisten, der mit circa 6500 Mitgliedern aus rund 130 Vereinen der größte Landesverband in Deutschland ist. "Die Großeltern meiner Frau, mütterlicher- und väterlicherseits, haben sich diese Karten einst geschrieben." Der Familienschatz ist nicht nur private Erinnerung, sondern auch eine philatelistische Kostbarkeit, die zum Motto des Tags der Briefmarke 2016 passt. "Liebesbriefe" heißt die hierzu frisch erschienene Briefmarke, die selbstverständlich auf der Messe erhältlich ist. Den Sonderstempel dazu gibt es exklusiv nur auf der Internationalen Briefmarken-Börse in Sindelfingen.

Und noch eine Attraktion halten Dieter Schaile und seine Ehefrau Ilona für die Besucher der Briefmarken-Börse bereit: In ihrem Lichtschaukasten zeigen sie dem Publikum so genannte Lichtkarten, eine ganz besondere Form von Ansichtskarten, die vor allem in der Zeit von 1898 bis 1908 populär war. "Die Karten haben sozusagen zwei Gesichter", erklärt Schaile. "Es handelt sich dabei um alte Lithografien, die bei Lichteinstrahlung ihr Motiv wechseln. Aus einem niedlichen, braven Schneemann wird da bei Licht schon mal eine kesse Badenixe. Der Effekt war damals eine kleine Sensation und natürlich auch etwas ganz Frivoles."

Schaile, der seit 1960 Briefmarken sammelt, hat schon vor 30 Jahren in der Messe Sindelfingen beim Auf- und Abbau der Ausstellungsrahmen mitgeholfen und gilt gemeinhin als ein Urgestein der Szene. Jeden Winkel in der Halle, so berichtet der pensionierte Industriemechaniker, kennt er in- und auswendig. Auch in diesem Jahr freut er sich auf drei spannende Messetage, an denen er als Vorsitzender des Landesverbands Südwest der Philatelisten viele Persönlichkeiten aus der philatelistischen Fachwelt, viele Vereinsmitglieder und Briefmarkenfreunde an seinem Stand in der Messehalle begrüßen möchte.

An Publikum wird es am Messestand des Landesverbands ohnehin nicht mangeln. Neben vielen Exponaten und einem umfangreichen kostenlosen Beratungsangebot wartet dort nämlich auch ein großes Schätzglas voller Briefmarken: Jeder Messebesucher darf schätzen, wie viele Briefmarken wohl in dem großen Glas liegen. Wer am dichtesten an der richtigen Zahl dran ist, darf sich auf einen Preis freuen. "Der Gewinner erhält einen Brief aus Österreich, der auf der berühmten Olympiafahrt im Sommer 1936 mit dem Luftschiff Hindenburg nach Berlin transportiert und deshalb unter anderem mit einem Zusatzstempel ,Luftschiff Hindenburg Olympiafahrt 1936 sowie einem speziellen Flugpost-Aufkleber versehen wurde", kündigt Dieter Schaile an. "In der Welt der Philatelie nennt man solche Luftschiffbriefe Zeppelinpost."

Noch mehr gibt es am großen Glücksrad zu gewinnen, an dem jeder einmal drehen darf: Neben vielen kleineren Preisen für die Teilnehmer erhält derjenige, der das Rad beim Wappenbild des Landesverbands zum Stehen bringt, einen Beleg, den der Landesverband eigens für die Internationale Briefmarken-Börse Sindelfingen erstellt hat und den es sonst nirgends zu kaufen gibt.

Die Internationale Briefmarken-Börse findet von 27. bis 29. Oktober in der Messe Sindelfingen statt und ist am Donnerstag und Freitag von 10 bis 18 Uhr sowie am Samstag von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Info:r http://www.briefmarken-messe.de
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