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Bei Sozialstunden Persönlichkeit prägen

Das Seehaus Leonberg bietet neuerdings auch "Begleitete gemeinnützige Arbeit" an

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    Ulrike und Markus Breimaier betreuen Jugendliche bei ihren Sozialstunden Foto: red

Artikel vom 17. Februar 2015 - 13:30

LEONBERG (red). Jugendliche oder Erwachsene, die Sozialstunden ableisten müssen, bei ihrem Einsatz anzuleiten und pädagogisch zu betreuen - das ist das zentrale Anliegen des Arbeitsbereiches "Begleitete gemeinnützige Arbeit", den das Seehaus Leonberg ins Leben gerufen hat und der gut angenommen wird. Zuständig für diese Aufgabe sind Ulrike und Markus Breimaier.

Die Jugendgerichtshilfe im Raum Böblingen/Leonberg etwa weist junge Leute, die vom Gericht dazu verurteilt wurden, gemeinnützige Arbeit abzuleisten, auf dieses Angebot hin. Wenn sie sich im Seehaus gemeldet haben, stellen Ulrike und Marcus Breimaier den Kontakt zu Einrichtungen her, bei denen die Teilnehmer ihre Sozialstunden ableisten können, zum Beispiel die Diakonie, die Tafel oder Altersheime.

"Wir beziehen sie mit in die Überlegungen ein und fragen sie auch nach ihren späteren Berufswünschen", sagt Ulrike Breimaier. Damit wolle man eine möglichst sinnstiftende und passende Tätigkeit finden, was die Motivation erhöhen soll. Der weitere Austausch zwischen den Teilnehmern und Breimaier findet dann in der Regel während der Arbeit statt. "In diesem Umfeld ergeben sich ungezwungene Gespräche. Man erfährt dabei viel leichter von den Sorgen, Nöten und Lebensfragen der jungen Leute und kann so gezielter auf sie eingehen. Dabei haben wir die Chance, ihre Sozialkompetenz zu stärken und die Entwicklung ihrer Persönlichkeit zu prägen", weiß Ulrike Breimaier das hinter dem neuen Arbeitszweig stehende Konzept. Gleichzeitig könnten Zukunftspläne durchgesprochen und geplant und die Teilnehmer dadurch stabilisiert werden. Ferner wird eine weitergehende Betreuung angeboten, zum Beispiel durch die Seehaus-Nachsorge.

"Es macht uns Freude, die Teilnehmer zu begleiten und ihnen dabei zu helfen, dass sie lernen, ein eigenverantwortliches Leben zu führen", so Ulrike Breimaier. Bislang betreuen die beiden jeweils einzelne junge Menschen bei den Sozialstunden. Zukünftig wollen sie aber auch mit einer Gruppe von bis zu acht Teilnehmern arbeiten, die sich gegenseitig stärken und als Team unterwegs sind.

Der Arbeitsbereich "Begleitete gemeinnützige Arbeit" des Seehauses stößt in Fachkreisen auf positive Resonanz. Es sei von großem Vorteil, wenn Jugendliche während der Sozialstunden jemand an ihrer Seite hätten. Aus diesem Grund sehe man das Angebot des Seehauses sehr positiv, heißt es seitens der Jugendgerichtshilfe Böblingen/Leonberg. Wenn die jungen Leute bei der gemeinnützigen Arbeit nicht allein seien, legten sie sich oft ganz anders ins Zeug. Sie nähmen dann eher die Chance wahr, sich zu zeigen und zu beweisen, dass sie fleißig arbeiten und auch etwas zu Ende bringen können. Auf diese Weise widerlegten sie auch manch negatives Klischee über jugendliche Straftäter. Außerdem eröffne die begleitete gemeinnützige Arbeit den Jugendlichen zusätzliche Einsatzperspektiven.

Und die Erfahrung im Seehaus zeigt: Wenn Betriebe oder Einrichtungen wissen, dass ein Begleiter dabei ist, stimmen sie einer Anfrage der Jugendgerichtshilfe, ob jemand bei ihnen Sozialstunden ableisten kann, viel leichter zu. Auf diese Weise erweitert sich durch das Engagement des Seehauses das Einsatzspektrum zum Ableisten von Sozialstunden in der Region.

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