Sindelfinger Theater: Trio übernimmt Nachfolge von Karsten Spitzer

Das Sindelfinger Ensemble Theaterszene 03 steht unter neuer Leitung. Darsteller-Trio tritt die Nachfolge von Karsten Spitzer an.

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    Haben schon bei einigen Szene-03-Produktionen mitgewirkt (v.l.): Daniel Bayer, Femi Morina und Jenny Schwartz (hier im Stück "Sherlock Holmes") übernehmen die Ensemble-Leitung Foto: STS
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    Elke und Karsten Spitzer Foto: privat

Artikel vom 22. Januar 2021 - 18:00

SINDELFINGEN (red). Nach sechs Jahren gibt Karsten Spitzer die Leitung der Theaterszene 03 ab, um sich in Weimar neuen beruflichen Aufgaben im Theaterbereich zu stellen. Die Nachfolge übernehmen nun Femi Morina, Daniel Bayer und Jenny Schwartz, die bereits in den vergangenen Jahren fester Bestandteil der freien Theatergruppe waren.

Der Plan, das Ländle zu verlassen, stand für Karsten Spitzer schon länger fest, doch in diesem Jahr möchte er Nägel mit Köpfen machen. "Nun ist der Zeitpunkt genial", findet der Weil der Städter. "Ich werde in ein paar Wochen 60, das ist doch ein guter Anlass, um nochmal neu anzufangen."

Wenn es die Corona-Situation zulässt, soll es in diesem Sommer für Karsten Spitzer und seine Frau Elke nach Weimar gehen. Dort möchte sich der Schauspieler und Regisseur neuen Herausforderungen im Theater stellen und sein Standbein im Bereich Film und Fernsehen ausbauen. Zwar ist ein Neustart in Zeiten wie diesen nicht so einfach. "Aber was ist als freischaffender Künstler nicht riskant?", zuckt Karsten Spitzer mit den Schultern.

Von seiner Funktion als Leiter der Theaterszene 03 hat sich Karsten Spitzer in der letzten Sitzung des Kulturamts bereits verabschiedet. Die Nachfolge übernehmen nun Femi Morina, Daniel Bayer und Jenny Schwartz als Dreiergespann. Zwar stehe der Weil der Städter voll und ganz hinter seiner Entscheidung, doch ganz leicht falle ihm der Abschied dann doch nicht. Schließlich blickt er auf 20 aktive Jahre in der Sindelfinger Theaterlandschaft zurück.

"Damals war die Sindelfinger Kulturszene noch etwas anders", erinnert er sich. "Es gab keine Biennale, keine Stadtstücke und auch nicht so viele Gruppen." Selbst die Theaterszene 03 wurde, wie der Name schon sagt, erst im Jahr 2003 von Jürgen Siehr gegründet, mit dem Karsten Spitzer von jeher ein sehr freundschaftliches Verhältnis pflegte. 2015 übernahm er schließlich die freie Theatergruppe und hat sich in der Folgezeit darangemacht, das Ensemble mit professionellen Schauspielern weiterzuentwickeln.

"Ich werde immer an die tollen Kontakte und das tolle und treue Publikum zurückdenken", meint er. "Die Bühnenstücke mit der Szene 03 waren eine großartige Möglichkeit, mich als Schauspieler und Regisseur auszutoben." Besonders gern denkt Spitzer zum einen an seine Solo-Stücke "Der Kontrabass", "Wilhelm Busch", "Josef Bieder" und "Faust ist Fußball" zurück. Mit Letzterem planen er und seine Frau, wenn es Corona wieder möglich macht, sogar auf Deutschlandtour zu gehen.

"Aber auch Produktionen wie "Amadeus", "Gut gegen Nordwind" und "Sherlock Holmes" waren riesige Erfolge", resümiert der in Berlin ausgebildete Schauspieler. "Nicht zu vergessen die tolle Zusammenarbeit mit Sabine Duffner in ,Die Zimmerschlacht'." Besonders dankbar ist Spitzer auch der Unterstützung des Kulturamts und des Bühnentechnikers Fabian Krause. Und auch der Sindelfinger Theaterkeller werde für ihn immer ein Kleinod der Kultur bleiben. "Plätze wie diesen gibt es in der Stuttgarter Umgebung nicht. Das ist und bleibt etwas Besonderes", betont er.

Es bleibt in der Familie

Jetzt ist der gebürtige Hannoveraner gespannt, was die nächste Generation auf die Beine stellen wird. Die Dreierkonstellation aus Femi Morina, Daniel Bayer und Spitzers Tochter Jenny Schwartz ergab sich laut dem Theatermacher von ganz allein. "Die drei waren bei fast jeder Inszenierung dabei und haben sich immer glänzend ergänzt", findet er. "In ihrem Engagement waren sie für mich immer sehr wichtig und haben sich dadurch sozusagen selbst empfohlen."

Und ganz endgültig ist der Abschied von Sindelfingen schließlich auch nicht, denn die Szene 03 bleibt mit der neuen Leitungsbesetzung ja sozusagen in der Familie. "Mit meiner Tochter Jenny in der Szene 03 habe ich immer Grund zur Rückkehr", meint Karsten Spitzer. Seiner Truppe und der gesamten Sindelfinger Bühnen-Szene wünsche er nun alles Gute - und dass sie in Zukunft genauso erfolgreich arbeiten können, wie sie es bisher getan haben.

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