Neues Rathaus in Böblingen: Die Sanierung beginnt

Das knapp 40 Jahre alte Gebäude wird für 19 Millionen von sämtlichen Schadstoffen befreit und saniert. Im Frühjahr 2023 soll alles fertig sein.

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    Blick von unten auf das Rathaus-Gebäude, das komplett erneuert wird Foto: Eibner/Drofitsch

Artikel vom 12. Januar 2021 - 18:30

BÖBLINGEN (red). Das Neue Rathaus wird umfangreich modernisiert und von Schadstoffen befreit. Insgesamt 19 Millionen Euro kostet die Maßnahme, die in diesen Tagen startet und voraussichtlich bis zum Frühjahr 2023 dauert.

Seit Ende November wird die Baustelle eingerichtet. Jetzt schmücken diverse Container-Anlagen und ein Bauzaun die Gebäude, zudem Staubschutzwände, Gerüste und Materialaufzüge. In dieser Woche starten die Abbruch-Arbeiten, von außen zu sehen ist das aber erst Ende Januar. Ab Mitte 2021 soll dann der Innenausbau erfolgen, der sich knapp zwei Jahre hinzieht.

Das Neue Rathaus in Böblingen wurde 1982 gebaut und ist mit Schadstoffen belastet: Formaldehyd in Trennwänden und Einbauschränken aus Spanplatten mit Eichenholzfurnier sowie Lindan in den Holzbalken der Fachwerkgebäude in der Marktstraße. Trotz etlicher Messungen und Gegenmaßnahmen seit rund 20 Jahren ist die umfangreiche Sanierung der Arbeits- und Büroflächen im Neuen Rathaus nun nötig. Diesen Grundsatzbeschluss fasste der Gemeinderat 2014. Vier Jahre später entschied der Gemeinderat, die Gebäude zudem haustechnisch zu modernisieren und energetisch zu optimieren sowie die Barrierefreiheit zu verbessern.

Seit geraumer Zeit ist das Neue Rathaus daher verwaist, nach und nach waren die Ämter ausgezogen. Seit Juli 2019 sind Bürgeramt, Standesamt und Ausländerbehörde vorübergehend in der Bahnhofstraße 27 gegenüber der Mercaden zu finden, seit Dezember 2019 befinden sich Ordnungs-, Sozial und Bauämter im Tetragon auf dem Flugfeld. "Eine lange Strecke mit verschiedenen Vorbereitungen und Verhandlungen, Messungen und Abstimmungen, Auslagerungen und Umzügen sowie vielem mehr liegt hinter uns", sagt dazu der Böblinger Oberbürgermeister Stefan Belz, "für unsere Beschäftigten ist es wichtig, dass das Projekt nun vorangeht."

Zum einen werden die Innenräume komplett saniert, zum anderen soll dabei die Arbeitsumgebung eine Modernisierung erfahren. Die Arbeitsplätze sollen anders angeordnet, Kommunikationsbereiche eingerichtet und Personalbereiche geschaffen werden. Für einen besseren Kundenkontakt im Neuen Rathaus soll es in Zukunft eine schönere Infotheke, einen Schnellschalter und verbesserte Wartebereiche geben.

Räume werden in Zukunft je nach Nutzung automatisch geheizt

Neben technischen Neuerungen zum Beispiel im großen Sitzungssaal werden aus Hygienegründen die Trinkwasserleitungen ausgetauscht. Zudem soll das gesamte Neue Rathaus in Sachen Brandschutz auf den aktuellen Stand kommen. Auch die energetische Optimierung ist ein großes Thema: Diesbezüglich stehen der Einbau von neuen Fenstern, das Umstellen der Beleuchtung auf energiesparende LED-Technik und die automatische, nutzungsabhängige Temperierung der Räume auf dem Programm.

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