Humor: Hier kommt der Böblinger Baustellen-Bär

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    Der Böblinger Baustellen-Bär Foto: KRZ

Artikel vom 27. November 2020 - 18:47

Die Geschichte des Maskottchens ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Wer erinnert sich noch an das Maskottchen zur Fußball-WM 2006 im eigenen Land? Na, klingelt's? Falsch: Es war nicht Franz Beckenbauer, der ewige Kaiser, nein, es war Goleo, der WM-Löwe. Als der fluffige Geselle der Weltöffentlichkeit präsentiert wurde, zog diese verwundert die Brauen hoch: Goleo trug lediglich ein Trikot-Oberteil – und sonst nichts! Er rührte also mit freiem Unterkörper die WM-Werbetrommel. Einen Schwanz hatte er natürlich, aber eben als Verlängerung des Rückens. Vorne baumelte nichts, nein, nein, das wäre ja auch zu viel des Guten gewesen. Trotzdem: Goleo konnte sich von diesem PR-Makel nie ganz frei machen.
Auch das grüne Fritzle-Krokodil, seines Zeichens Stadion-Bespaßer beim VfB Stuttgart, geht ja „unten ohne“. Da blieb die Empörung aber schon immer aus. Klar: Krokodile sind ja auch Reptilien, weshalb da auch in natura nichts weiter zu sehen wäre. Dass vor allem Zugezogene das grüne Fritzle als Anspielung auf Stuttgarts Grünen Noch-Oberbürgermeister Fritz Kuhn verstanden, ist natürlich Kokolores. Schließlich zählt das Kroko-Fritzle schon 28 Lenze, Kuhn ist aber erst seit sieben Jahren Stuttgarter OB und wird bald aus dem Amt scheiden.
Nun sei hiermit der Bogen nach Böblingen gespannt, wo man sich jetzt ein kommunales Kuscheltier leistet. Auch hier beschritt man den in Maskottchen-Fragen schon breit ausgetrampelten Pfad in die Tierwelt. Neuerdings geht in der Bahnhofstraße nämlich der Böblinger Baustellen-Bär frohgemut auf und ab. Mit flauschiger Pranke winkend hebt er die Laune der von Baustellen so geplagten Einwohnerschaft. Wir winken zurück und sagen: Daumen hoch! Offenbar hat die Stadtverwaltung ein Einsehen und versucht so, die leidgeprüften Böblinger aufzubauen. Und ein ordentliches Beinkleid trägt der Bau-Bär auch! Sagenhaft.

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