Pandemie soll Unterstützer nicht stoppen

Seit 2013 spendet das Lise-Meitner-Gymnasium seinen Weihnachtsbasar-Erlös an die Partnerschule in der Demokratischen Republik Kongo. Dieses Jahr findet wegen Corona kein Basar an der Böblinger Schule statt, eine Spende soll es aber trotzdem geben.

  • img
    Diese Kinder unterstützt das Böblinger Gymnasium durch die Partnerschaft mit Rumangabo Fotos: LMG

Artikel vom 25. November 2020 - 17:06

BÖBLINGEN (red). Traditionell veranstalten Schüler- und Elternschaft des Böblinger Lise-Meitner-Gymnasiums (LMG) am Ersten Advent einen Basar. Der fällt in diesem Jahr zwar der Corona-Situation zum Opfer, doch die damit verbundene Spende an die Partnerschule in Rumangabo soll dennoch fließen. Das wollen sich Schüler und Eltern nicht nehmen lassen.

Also soll an die Stelle des Erlöses aus dem Verkauf von Selbstgebasteltem und Selbstgebackenem eine Spendenaktion treten. Denn Schüler- und Elternschaft am LMG wollen die Kinder, die oft als Waisen am Rande des Virunga-Nationalparks in der Demokratischen Republik Kongo unter schwierigsten Bedingungen aufwachsen, nicht sich selbst überlassen, sondern sie möglichst unterstützen.

Der Nationalpark beherbergt eine der letzten Populationen der streng geschützten Berggorillas. Einheimische Ranger schützen diese Tiere vor Wilderei. Diese Aufgabe ist mit Lebensgefahr verbunden. Bisher wurden mehr als hundert Ranger im Einsatz für den Schutz der Gorillas von Wilderern ermordet. Dabei verlieren Familien ihre Ernährer, oft bleiben Waisenkinder mit ungewissen Zukunftsaussichten zurück.

Diesen Waisen und der örtlichen Dorfschule kamen seit 2013 jährlich mehrere Tausend Euro aus dem Ertrag des LMG-Basars zugute. Bauliche Verbesserungen an Gebäuden und die Finanzierung von vier Lehrerinnen wurden dadurch ermöglicht. Den zweckgemäßen Einsatz der Mittel vor Ort überwacht eine Gewährsperson: Die Tierärztin und Philanthropin Marlene Zähner aus Widen in der Schweiz ist jährlich vor Ort. Sie unterstützt die Ranger mit von ihr aufgezogenen und ausgebildeten Fährtenhunden, sogenannten Congo Hounds, die im Kampf gegen die Wilderei wertvolle Dienste leisten.

Existenz der unterstützten Dorfschule steht auf dem Spiel

Als Projektpatin hat Marlene Zähner in den vergangenen Jahren der Schulgemeinschaft des LMG aus eigener Anschauung über die Arbeit vor Ort berichtet. Das Rumangabo-Gremium der SMV und Mitgliedern des Elternbeirats stehen ihr dabei als Partner gegenüber. Doch diese Aufbauarbeit ist jetzt gefährdet, denn die Existenz der Dorfschule steht auf dem Spiel.

Anja Sklarski, Vorsitzende des Elternbeirats, und Jane Haizmann, Elternvertreterin im Rumangabo-Gremium, beschreiben die mit der Schulpartnerschaft verbundenen Bildungsziele. "Unsere in einer behüteten Umgebung aufwachsenden Kinder sollen erfahren, dass es ,eine Welt' ist, auf der wir alle leben und für die wir gemeinsam Verantwortung tragen, erläutert Sklarski. "In Zeiten der Globalisierung sollen sie weltweite Zusammenhänge erkennen, vergleichen und Verbindungen zum eigenen Leben herstellen", ergänzt Haizmann, "wir wollen sie in die Lage versetzen, Perspektiven zu wechseln und sich aktiv für eine gerechtere Welt einzusetzen."

Die LMGler werben schulintern und in der Öffentlichkeit um finanzielle Unterstützung der Arbeit in Rumangabo. "Für jeden Einzelnen von uns ist es ja eigentlich nur wenig, was wir abgeben. Wenn wir alle zusammenlegen können wir für die Kinder in Rumangabo aber eine riesige Hilfe sein", fassen die Achtklässler Anna Boban und Marko Röder ihre Arbeit im Rumangabo-Gremium zusammen.

Die Hoffnung aller Beteiligten ist, im nächsten Jahr die Spende auf dem Weihnachtsbasar am LMG wieder selber erwirtschaften zu können.

Spenden werden erbeten auf das Konto des LMG-Fördervereins bei der Kreissparkasse Böblingen, IBAN DE63 6035 0130 0002 0735 54, Verwendungszweck "Rumangabo 2020". Weitere Rückfragen an foerderverein@lmgbb.de per Mail.
Verwandte Artikel