Corona-Statistik: Neue Formel sorgt für Zahlenschwund

Hatte sich die Zahl der Corona-Infizierten im Kreis Böblingen kurzerhand halbiert? Nein, seit Neuestem wird etwas anderes gerechnet: Betroffene gelten jetzt bereits nach zehn Tagen als genesen. Die Umstellung sorgte am Montag für eine plötzliche und enorme Veränderung in der Statistik.

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    Das Corona-Virus hält die Gesellschaft weiterhin in Atem Foto: CDC/Unsplash

Artikel vom 24. November 2020 - 13:42

KREIS BÖBLINGEN (krü). Der Blick auf die Corona-Statistik des Landkreises sorgte am Montag für Verwunderung. Hatte sich tatsächlich die Zahl der aktuell Infizierten in kürzester Zeit von 1030 auf 549 fast halbiert? Gleichzeitig war aber die Zahl der Gesamtfälle deutlich gestiegen. Wie konnte das gehen?

Die Nachfrage beim Landratsamt brachte Aufklärung. Eine Umstellung der Berechnungsformel hatte für die starke Änderung gesorgt. Denn neuerdings gelten die Betroffenen nicht erst nach 14 Tagen, sondern bereits nach zehn Tagen als genesen. Daher war von jetzt auf nachher eine besonders hohe Zahl an bislang offiziell Erkrankten herausgerechnet worden. Bei den Gesamtfällen sind diese Personen aber natürlich weiterhin vorhanden.

Die Grundlagen für die Berechnungen geben das Robert-Koch-Institut und das Landesgesundheitsamt vor. Und hier haben sich zuletzt neue Erkenntnisse durchgesetzt: "Ausgehend vom Beginn der Erkrankung oder - falls dies nicht bekannt ist - von der Meldung an das Gesundheitsamt wird bei einem typischen Krankheitsverlauf nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft angenommen, dass positiv getestete Personen nach zehn Tagen genesen sind", erläutert Landkreis-Pressesprecherin Simone Hotz. Bislang habe man mit 14 Tagen gerechnet. Hotz betont aber auch: "In Einzelfällen können auch deutlich längere oder kürzere Krankheitsverläufe möglich sein, was hier nicht berücksichtigt werden kann. Die dargestellte Anzahl der Genesenen ist daher eine Schätzung." Hinzu komme, dass teilweise ein eindeutiges Quarantänedatum gefehlt habe. "Hier hat man jetzt entschieden, dann das Meldedatum zugrunde zu legen", erläutert Hotz.

Bei der enormen Veränderung der Corona-Zahlen handelte es sich also um keine abrupte Gesundung zahlreicher Betroffener, sondern schlichtweg um ein statistisches Phänomen.

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