Pitterle will in den Bundestag zurück

Kandidat für "Die Linke".

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    Reinhard Pitterle

Artikel vom 25. Oktober 2020 - 19:00

KREIS BÖBLINGEN (red). Nachdem der Mitbewerber Niko Kulisch seine Kandidatur kurzfristig zurückzog, hatte die Mitgliederversammlung der Linken im Böblinger Arbeiterzentrum über einen Kandidaten für die Bundestagswahl zu entscheiden.

Der 61 Jahre alte Rechtsanwalt und Stadtrat in Sindelfingen, Richard Pitterle, sagte in seiner Bewerberrede, dass er nicht als Zählkandidat im Wahlkreis antrete, sondern seine Kandidatur im Kreis als Voraussetzung für die Bewerbung auf einem aussichtsreichen Listenplatz auf der Landesliste sehe. Pitterle wörtlich: "Ich habe das Wissen, die Fähigkeit und die Kompetenz, um die nächste Linksfraktion wieder als Steuerpolitiker zu stärken". Er machte an zwei kommunalen Problemen deutlich, dass die Kommunalpolitik an die Grenzen stößt und nur im Bund eine Veränderung herbei geführt werden könne. Sowohl bei den Strafgeldzahlungen von Daimler, die an das Land gingen und bei Sindelfingen und anderen Daimler-Kommunen zum Einbruch der Gewerbesteuern führten, als auch bei der Steuerflucht der großen Konzerne wie Amazon, Apple und Google will Pitterle Änderungen im Bund herbeiführen. "Die Politik ist nicht machtlos, aber sie muss bereit sein, sich mit den Mächtigen anzulegen", sagte Pitterle.

Bei einer Neinstimme und einer Enthaltung wurde Pitterle mit großer Mehrheit als Bundestagskandidat im Wahlkreis gewählt. Pitterle saß bereits von 2009 bis 2017 für "Die Linke" im Deutschen Bundestag.

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