Kommentar zum Corona-Risikogebiet: Durststrecke, die Zweite

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    Der Kreis ist Risikogebiet: Die Maskenpflicht gilt ab sofort auch im Freien. Foto: Archiv

Von Jan-Philipp Schlecht

Artikel vom 18. Oktober 2020 - 20:43

Von Jan-Philipp Schlecht

Nun herrscht traurige Gewissheit: Von Montag an gilt der Kreis Böblingen nach Esslingen und Stuttgart offiziell als Risikogebiet. Am Sonntag wurde die Marke von 50 Infizierten pro 100 000 Einwohnern gerissen: 54,7 meldete das Landesgesundheitsamt. Mit der relativen Sorglosigkeit der Sommermonate, in denen die Zahlen auf niedrigem Niveau stagnierten, ist es erstmal vorbei. Schon kurz nachdem das Wetter herbstlicher und die Temperaturen niedriger wurden, legt Corona wieder mehr Teile des Alltags lahm. All das ist vom Frühjahr 2020 so bekannt wie unpopulär. Einen zweiten Lockdown will man trotzdem tunlichst vermeiden, um das öffentliche Leben nicht gänzlich abzuwürgen. Stattdessen soll das Virus zielgerichtet bekämpft werden. Richtig so. Denn eines ist auch klar: Die Infektionsraten jetzt sind noch immer um einiges niedriger als im Frühjahr, das Wissen um die Ausbreitung des Virus aber wesentlich größer. Vor allem Feiern und Zusammenkünfte sollen unterbunden werden.

Das ist bitter für all jene, denen viel daran liegt oder für die es ums wirtschaftliche Überleben geht. Doch es ist ein notwendiges Übel. Die Durststrecke hat erneut begonnen. Der Winter wird lang und dunkel. Doch je disziplinierter die Regeln befolgt und das Virus ausgerottet wird, desto frühzeitiger kann zur Normalität zurückgekehrt werden.

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