Anderes Holz?

Schießlärm: Projektgruppe bespricht weiteres Vorgehen.

Artikel vom 05. Oktober 2020 - 18:12

BÖBLINGEN (red). Wie im Juni 2020 beim letzten gemeinsamen Termin vereinbart, hat sich die Projektgruppe für die Lärmminderungs-Maßnahmen an der Schießanlage Murkenbach zuletzt erneut getroffen. Vertreter der U.S. Army Stuttgart und der militärischen US-Bauverwaltung Wiesbaden, der Stadt Böblingen und des Staatlichen Hochbauamts Stuttgart besprachen, welche Risiken beim geplanten Lärmschutz-Bau auf den Bahnen 4 und 5 in nächster Zeit auftreten könnten. Das Hochbauamt hatte eine Liste zusammengetragen, die bei dem Treffen durchgesprochen und ergänzt. Zugleich ging es darum, bei Bedarf sogleich Lösungen zu entwickeln.

Auf der Agenda standen Aspekte des Baugrunds, die vorhandene Bausubstanz, das Vergabeverfahren, die Kosten und Termine. Bei jedem Punkt besprachen die Teilnehmer, in welcher Form Probleme auftreten könnten und wie sich das auf das Projekt auswirken könnte.

Zum Beispiel könnte Lärchenholz, das bei der Baumaßnahme verwendet werden soll, nicht ausreichend verfügbar ist. Doch dieses Holz erfüllt die schallschutz- und schießsicherheitstechnischen Anforderungen bei dieser Maßnahme besonders gut. Aber die Qualität des Holzes muss eben auch stimmen, und hier könnte es zu einem Engpass kommen. Also einigte sich die Gruppe, die Genehmigung vom Verteidigungsministerium einzuholen, dass alternativ auch Douglasienholz verwendet werden könnte.

Mitte Juli hatten sich die Projektverantwortlichen mit den Anwohner-Vertretern Lucienne Graupe, Ulrich Durst und Dieter Schühle vor Ort getroffen. Die Repräsentanten der beteiligten Institutionen stellten sich den Sorgen und Nöten der Anwohner direkt. Zudem wurden die Anwohner über das weitere Vorgehen informiert.

Die abgestimmten Planungen sollen im November 2020 abgeschlossen sein, dann wird sich die "AG Schießlärm" treffen. Teilnehmer sind die Mitglieder der Projektgruppe, die Immissionsschutzstelle der Bundeswehr, Vertreter der betroffenen Nachbarschaft sowie die Bundestagsabgeordneten Marc Biadacz und Florian Toncar. Beide haben den Prozess zur Lärmminderung auch durch ihre Kontakte zur Bundesregierung maßgeblich unterstützt.

Bau soll im Frühjahr 2021 starten und dauert etwa zwölf Monate

In der Folge sollen die Bauleistungen im Dezember 2020 ausgeschrieben werden. Der Baubeginn ist für Frühjahr 2021 vorgesehen, die Arbeiten werden rund zwölf Monate in Anspruch nehmen. Die Stadt Böblingen beteiligt sich mit 300 000 Euro, den Rest zahlt die U.S. Army. Während der Arbeiten wird auf den betroffenen Bahnen 4 und 5 kein Schießbetrieb stattfinden. Das Training soll in erster Linie auf die Schießanlagen 1 bis 3 verlegt werden, alternativ dazu auch auf dem Trainingsgelände in Baumholder und in einigen Fällen auf dem Trainingsgelände in Grafenwöhr stattfinden.

Der Schießlärm von den Übungsanlagen der Panzerkaserne im Böblinger Wald ist seit Jahrzehnten ein Thema. Vor allem Bürger, die am Rauhen Kapf und in Schönaich wohnen, sind regelmäßig betroffen. Seit Jahren wird um eine Lösung gerungen.

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