Fleißige Helferinnen für den Naturschutz

Im siebten Jahr schon sind zwei Bienenvölker auf dem Dach des Landratsamts Böblingen für die Umwelt im Einsatz.

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    Gut 80 000 Bienen summen vor den Augen des Landrats (Mitte) Foto: Landratsamt Böblingen

Artikel vom 15. September 2020 - 19:24

KREIS BÖBLINGEN (red). Der Termin hat Tradition: Auch in diesem Jahr kann Landrat Roland Bernhard stolz sein auf seine vielen kleinen Mitarbeiterinnen, die ihm buchstäblich auf dem Kopf herumtanzen. Rund 80 000 Bienen in zwei Völkern sind mittlerweile seit 2014 auf der Dachterrasse des Landratsamts heimisch. Sie haben in diesem Jahr wieder fleißig Nektar gesammelt - mit knapp 70 kg Honig kann man auf einen Ertrag blicken, der sich sehen lassen kann.

"Dieses Projekt ist ein Aushängeschild dafür, welchen Beitrag zum Naturschutz jeder leisten kann", betont der Landrat. "Man muss keine eigenen Bienenvölker haben, aber man kann selbst darauf achten, entsprechende Blühpflanzen zu säen." Bernhard betonte, dass man auch in anderen Landkreisliegenschaften Außenbereiche umgestaltet habe oder noch dabei sei.

Dass aus der Arbeit der Bienen noch ein süßes Produkt entsteht, sei das i-Tüpfelchen. "Der Honig ist ein gern gesehenes Geschenk." Und er schmeckt von Jahr zu Jahr mediterraner - es zahle sich aus, dass zunehmend nektarbringende Pflanzen, beispielsweise Lavendel, in den Gärten und den Balkonen Einzug hält, wie Fachberater Manfred Nuber erklärt.

Der alljährliche Termin markiert jeweils das Saisonende für diese wichtigen "Schlüsseltiere". Bienen sind unverzichtbar für Natur und Umwelt. Wer durch die oben genannten Maßnahmen etwas für die Bienen tut, der tut auch anderen Insekten etwas Gutes. Das betont auch Nuber, der sich um die Bienen kümmert. "Mit insektenfreundlichen Pflanzen finden nicht nur Bienen, sondern andere Bestäuber, darunter auch Hummeln und Wildbienen, ihre Nahrung", so Nuber. Man könne an vielen Stellen sehen, dass die Appelle fruchten. So würden zunehmend entsprechende Blühmischungen ausgesät und auch in der Landwirtschaft halten Blühstreifen vermehrt Einzug. Dennoch: "Viele Wildbienen sind im Bestand gefährdet, weil sie sich teilweise stark auf eine bestimmte Pflanzenart spezialisieren." Wie überall, so erklärt Nuber, gelte das Motto des Landkreises Böblingen "Die Vielfalt macht's". Man müsse gegen eine Monokultur und hin zu einer abwechslungsreichen, vielfältigen Mischung von Pflanzen arbeiten.

Der Vorsitzende des Bezirksimkervereins Böblingen, Winfried Zilian, unterstützt diesen Gedanken. Man habe bereits positiv vermerkt, dass Straßenränder und -böschungen mittlerweile später gemäht werden und sich dadurch eine größere Pflanzenvielfalt entwickeln könne. "Für die Insekten ist das eine sehr gute Sache."

Das Interesse der Menschen für Bienen und Imkerei steigt

Sein Herrenberger Amtskollege, Herbert Czernotzky, ergänzte, wie dort in der Stadt am Lehrbienenstand in der Nähe des Waldfriedhofs im Rahmen im Rahmen eines Schaugartens Tipps vermittelt werden, bienen- und insektenfreundliche Gärten anzulegen. Beide loben das Interesse vieler Menschen an der Imkerei. Auch im Bereich der Umweltpädagogik sei man unterwegs und leite schon die Kleinsten im Kindergarten an, wie man mit Bienen umgehen kann.

So haben die Landratsamts-Bienen einmal mehr, stellvertretend für ihre Artgenossinnen und ihrer Imker, gezeigt, welch wertvollen Beitrag dies für die Natur bedeutet. Ohne Bienen, keine Bestäubung, ohne Bestäubung, kein Naturkreislauf. Und - die Imkervereine werben darum, sich in die Vereinsstruktur zu begeben. Denn dort wird viel Fachwissen vermittelt oder wichtiger Rat erteilt, wenn Probleme auftreten sollten.

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