Vorsorgen gegen das Abfall-Chaos

Die Müllabfuhr im Kreis hat sich mit umfangreichen Maßnahmen auf Corona-Infektionen eingestellt.

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    Die Müll-Laster haben derzeit einen zweiten Standort in Herrenberg Foto: Archiv/Bischof

Artikel vom 13. August 2020 - 17:00

KREIS BÖBLINGEN (red). Wenn das Corona-Virus sich auf den Müll-Autos breit macht, dann gibt es ein Problem: Die Abfallentsorgung steht still, Tonnen und Container werden nicht mehr geleert, die Folgen wären rasch in der Nase zu spüren und nicht mehr zu übersehen. Das Müll-Chaos wäre perfekt. Daher war auch der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises gefordert: Maßnahmen mussten ergriffen werden, um sicherzustellen, dass die Entsorgungsdienstleistungen auch aufrecht erhalten werden können, wenn sich einzelne Mitarbeiter mit dem Virus infizieren.

Eine wesentliche Maßnahme betraf von Anfang an die räumliche Trennung des Personals, sowohl in der Verwaltung, als auch im operativen Bereich. Der Betriebshofleiter und sein Stellvertreter arbeiteten ab sofort an getrennten Orten, ebenso wurden zwei von fünf Einsatzleitern in Home Office übergeleitet. Dadurch ist sichergestellt, dass bei Ausfall der vor Ort eingesetzten Einsatzleiter eine Ersatzführungskraft zur Verfügung steht, heißt es in einer Pressemitteilung.

Auch das Abfuhrpersonal der Müllabfuhr wurde aufgeteilt: von insgesamt 76 Müllwerkern wurden 20 Müllarbeiter, zehn Lkw und ein Einsatzleiter von Böblingen nach Herrenberg-Kayh umgesetzt. In dieser Außenstelle mussten rasch Büroräume, Umkleidekabinen sowie ausreichend Sanitär- und Duschgelegenheiten bereitgestellt werden.

Die Maßnahmen bleiben mindestens bis Ende September

Auch der Containerdienst, der überwiegend die Sammelcontainer der Wertstoffhöfe tauscht, wurde von der Müllabfuhr getrennt und vorübergehend auf dem Gelände der ehemaligen Deponie Böblingen untergebracht. Die Teams der Alttextiliensammlung, der Abfallbehälterbewirtschaftung und der Standortreinigung wurden ebenso von den übrigen Kollegen getrennt. Diese sind derzeit auf der ehemaligen Deponie in Sindelfingen untergebracht.

Um größere Personalansammlungen in allen Bereichen insbesondere bei Arbeitsbeginn und Arbeitsende zu vermeiden, wurden die Arbeitszeiten ausgedehnt. Darüber hinaus wurden die Hygienemaßnahmen verstärkt. Alle Fahrzeuge und alle Mitarbeiter erhielten sowohl Desinfektionsmittel als auch Mund-Nasen-Schutzmasken. Die Verwaltung des Betriebshofes, die im Gebäude des Zweckbandes Restmüllheizkraft Böblingen untergebracht ist, wurde weitgehend ins Home-Office geschickt.

"Die Umsetzung der notwendigen Vorsichtsmaßnahmen zur Sicherstellung einer funktionierenden Abfallabfuhr auch im Falle einer Infektion hat allen Beteiligten viel abverlangt. Doch die Maßnahmen waren notwendig und haben sich auch bewährt", sagt Martin Wuttke, stellvertretender Landrat und Werkleiter des Abfallwirtschaftsbetriebes.

Nach Auffassung der Werkleitung müssen diese Maßnahmen zunächst bis Ende September diesen Jahres aufrechterhalten werden. "Vor allem die nun anstehende Ferienreisezeit erlaubt es nicht, die Präventionsmaßnahmen schon jetzt zurückzufahren und zum Normalbetrieb überzugehen. Das damit verbundene Risiko einer betriebsinternen Infektionsausbreitung und damit eine Gefährdung unserer Dienstleistungen bei der Müllabfuhr, beim Containerdienstes und im Betrieb der Häckselplätze ist zu hoch", meint Martin Wuttke.

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