Gewohntes Format, um zu überzeugen

14 Unternehmen und 90 Schülerinnen und Schüler beim Last-Minute-Azubi-Speed-Dating der IHK Böblingen - Selbst in Corona-Zeiten können Stellensuchende und Ausbildungsbetriebe zueinander finden.

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    Mit Abstand, aber von Angesicht zu Angesicht, saßen sich die Teilnehmer beim Azubi-Speed-Dating der IHK Böblingen gegenüber Foto: Schmidt

Artikel vom 13. Juli 2020 - 11:06

Von Holger Schmidt

BÖBLINGEN. Schülerinnen, Schüler und Vertreter von Ausbildungsbetrieben von Angesicht zu Angesicht zusammen kommen lassen - geht nicht in Corona-Zeiten? Geht doch! Das zeigte an den vergangenen beiden Samstagen die IHK-Bezirkskammer in Böblingen. Fast 90 potentielle Azubis trafen beim Speed-Dating auf Vertreter von 14 Unternehmen aus dem Kreis, die noch in diesem Jahr Auszubildende suchen.

"Wir haben uns ganz bewusst für das Format entschieden", unterstrich Projektleiterin Christiane Schullerus-Sixt. So hätten vor allem junge Menschen, die im Online-Auftritt etwas unsicher seien, die Gelegenheit, Firmenvertreter im persönlichen Gespräch von sich zu überzeugen, erklärte stellvertretender IHK-Geschäftsführer Tilo Ambacher. Natürlich gehörten auch bei der IHK wie allerorten in diesem Tagen Desinfektionsmittel und Telefonlisten zu den unvermeidlichen Accessoires. Dazu wurden die Tische längs statt quer gestellt und so von nur zwei statt vier Personen besetzt - deshalb auch zwei Termine; doch sonst war alles wie immer.

Seit Jahren schon führt die IHK-Bezirkskammer Böblingen im Sommer ihr Last-Minute-Azubi-Speed-Dating in den eigenen Räumen durch, um Schüler in eine Ausbildung zu bringen und Unternehmen, die noch keinen Azubi haben, zu versorgen. In einem oder mehreren zehnminütigen Gesprächen besteht jeweils die Möglichkeit, sich gegenseitig kennenzulernen. Zusätzlich hatten Interessierte diesmal hinterher die Gelegenheit zum Bewerbungsmappen-Check mit Wirtschaftsjunioren.

Passende Kandidaten gefunden

Kleine und mittelständische Unternehmen - beim ersten Termin aus dem gewerblich-technischen Bereich und beim zweiten aus dem kaufmännischen - waren dabei und nutzten ihre Chance. "Die Unternehmen sind dankbar, dass wir unsere Veranstaltung trotz Corona durchgeführt haben", freute sich Tilo Ambacher über die gute Resonanz. Zwar seien normalerweise mehr Firmen vertreten, doch falle der geschätzte Rückgang bei den Ausbildungsplätzen mit 13 Prozent im Kreis gegen beispielsweise 25 Prozent in der Region vergleichsweise moderat aus. Außerdem habe man trotz Corona sogar neue Ausbildungsbetriebe für eine Teilnahme am diesjährigen Dating gewonnen.

Alle die, die mitmachten, waren ohnehin mit Begeisterung dabei. Bereits eine halbe Stunde vor dem offiziellen Beginn standen um acht Uhr viele Schüler vor der Tür. Ein Elan, der offenbar auch bei den Gesprächspartnern aus der Geschäftswelt ankam. "Zwei Kandidaten, die gut passen, würde ich einladen", berichtete stellvertretend Gertrud Teutsch, Ausbildungsleiterin bei Keysight Technologies, nach acht Interviews. Dass ihre Hoffnungen mehr als berechtigt sind, zeigt sich auch daran, dass ein Bewerber von vor drei Jahren seine Ausbildung in ihrem Haus mittlerweile erfolgreich beendet hat und jetzt in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen wird.

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