Sonderpreis der Ferry-Porsche-Challenge für Patientenbegleiter

Das Projekt des Kreisseniorenrats darf sich über einen Betrag von 75 000 Euro freuen. Das Projekt kann damit weitere zwei Jahre finanziert werden.

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    Regina Hagenlocher gehört zum ehrenamtlichen Patientenbegleiter-Team Foto: Archiv/TB

Artikel vom 28. Juni 2020 - 18:00

KREIS BÖBLINGEN (red). Die Preisträger des Spendenwettbewerbs Ferry-Porsche-Challenge stehen fest. Darunter ist auch ein Projekt aus dem Kreis Böblingen. Der mit 75 000 Euro dotierte Sonderpreis geht an die Initiative "Patientenbegleitung im Krankenhaus" des Kreisseniorenrats. Das Projekt läuft in Kooperation mit dem Klinikverbund Südwest und wird dort von Chefarzt Axel Prokop unterstützt.

Beim Vorsitzenden des Kreisseniorenrats, Manfred Koebler, ist die Freude groß: "Patientenbegleitung im Krankenhaus ist ein Projekt von Mensch zu Mensch: Zeit schenken, Orientierung geben und bei den Patienten Delir und Depression möglichst vermeiden. Es ist eine vierfache Win-Win-Situation: Für die Patienten, die Ärzte, das Pflegepersonal und die Patientenbegleiterinnen und -begleiter selbst", sagt Manfred Koebler.

"Den Preis werden wir einsetzen um das Projekt noch weitere Jahre anbieten zu können und um zwei Angebote zu ergänzen: Patientenbegleitung vor und nach einer OP eines Patienten, die sogenannte Intensivbegleitung, und Begleitung des Patienten nach der Entlassung zu Hause, wenn gewünscht. Das nennen wir Übergangsbegleitung. Wir bedanken uns sehr für diesen Sonderpreis, auch im Namen unserer 75 Patientenbegleiter." Knapp 70 000 Bürgerinnen und Bürger haben online für die finanzielle Unterstützung ihres Lieblingsprojektes gestimmt. Insgesamt 70 Initiativen standen zur Auswahl: 20 aus dem Bereich Bildung und Wissenschaft, 15 aus dem kulturellen Sektor, 22 waren mit sozialem Hintergrund, sechs konzentrierten sich auf Sport und sieben auf die Umwelt.

Den 35 gemeinnützigen Initiativen mit den meisten Stimmen war jeweils eine Fördersumme in Höhe von mindestens 5000 Euro und die Projektvorstellung vor einem Expertenkreis sicher. Auf Empfehlung dieses Gremiums zeichnete jetzt eine Jury die Projektvorhaben im Rahmen der ersten Ferry-Porsche-Challenge mit Fördergeldern in Höhe von insgesamt einer Million Euro aus.

"Die Ferry Porsche Challenge ist eine tolle Initiative, mit der die Stiftung gesellschaftliche Verantwortung übernimmt. Die großartige Zahl an Teilnehmern der On-line-Abstimmung zeigt: soziales Engagement genießt einen hohen Stellenwert. Wir freuen uns nun auf ein spannendes Finale. In der Endrunde sind hervorragende Konzepte aus allen Förderbereichen vertreten", sagt Porsche-Chef Oliver Blume, gleichzeitig Kuratoriumsvorsitzender der Ferry-Porsche-Stiftung. Mehr als 55 Prozent der Stimmen wurden für Projekte aus der Region Stuttgart abgegeben. Circa 45 Prozent entfielen auf gemeinnützige Tätigkeiten aus dem Raum Leipzig.

Finalisten reisten nach Leipzig

Ende März 2020 stellten die Finalisten ihre Konzeptideen in Stuttgart und Leipzig einem ausgewählten Expertenkreis vor. Dieser setzte sich aus dem Vorstand der Ferry-Porsche-Stiftung und externen Spezialisten aus den Förderbereichen zusammen. Als fachliche Berater unterstützen Professor Reimund Neugebauer, Präsident der FraunhoferGesellschaft, Professor Maximilian Gege, Vorsitzender des B.A.U.M. e. V., Professor Andreas Schulz, Direktor des Gewandhaus Orchesters in Leipzig, Tamas Detrich, Intendant des Stuttgarter Balletts, Sieghard Kelle, ehemaliger Leiter des Jugendhauses Stuttgart und Ralf Rangnick, Head of Sport and Development Soccer bei Red Bull.

Auf Basis der Empfehlung des Expertenkreises entschied schließlich eine Jury über die Platzierung der Preisträger. Die Jury bilden die Kuratoriumsmitglieder der Ferry-Porsche-Stiftung, die Oberbürgermeister von Stuttgart, Fritz Kuhn, und Leipzig, Burkhard Jung, sowie die Chefredakteure der Medienpartner. Insgesamt wurden drei erste Plätze mit je 100 000 Euro, sechs zweite Plätze mit je 50 000 Euro, zehn dritte Plätze mit je 25 000 Euro und eben der Sonderpreis in Höhe von 75 000 Euro vergeben. Dieser ging in den Kreis Böblingen.

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