Klärschlammverbrennung: Viel Diskussion im Gemeinderat

Die Pläne für eine Verbrennungsanlage auf dem Gelände der Müllverbrennung polarisieren den Böblinger Gemeinderat.

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    Für Kläranlagen wird die Entsorgung von Klärschlamm zunehmend zum Problem. Foto: Archiv/Thomas Bischof

Artikel vom 18. Juni 2020 - 17:08

BÖBLINGEN (krü). Die Pläne für eine neue Anlage zur Verbrennung von Klärschlamm auf dem Gelände der Müllverbrennung haben im Böblinger Gemeinderat am Mittwoch für angeregte Diskussionen gesorgt. Der Zweckverband Restmüllheizkraftwerk hatte im vergangenen Jahr die Initiative zur Gründung eines Zweckverbands ergriffen, der Landkreis Böblingen unterstützt das Vorhaben. Doch Konzeption, Technik und Standort wurden vor allem von Seiten der CDU kritisiert.

Zunächst betonte Oberbürgermeister Stefan Belz, dass noch kein neuer Zweckverband für die Klärschlammverbrennung gegründet worden sei - auch wenn das in der Öffentlichkeit bisweilen behauptet würde. "Das ist noch nicht so weit", sagte der OB. Der Erste Bürgermeister Tobias Heizmann stellte den aktuellen Stand vor und machte deutlich, dass die Verwaltung eine Planungsvereinbarung mit dem Zweckverband erreichen wolle, in der alle Interessen der Stadt Böblingen berücksichtigt sind. Auch sei eine Bürgerinfo-Veranstaltung vorgesehen.

Welche Kontroversen dieses Thema derzeit auslöst, zeigte sich in der anschließenden Diskussionen, in der ein breites Spektrum an Für und Wider zutage trat. "Bitte begleiten Sie diesen Prozess sehr kritisch", betonte Frank Wolf (CDU), einer der Gegner des aktuellen Konzepts. Die Christdemokraten stehen dem Vorhaben auch auf Kreisebene kritisch gegenüber und fordern mehr Transparenz.

Der Zweckverband RMHKW unter Geschäftsführer Frank Schumacher hat im Frühjahr per Pressekonferenz über das Projekt informiert, auf einer Internetseite werden die Fakten dargelegt. Durch eine Verwertungsanlage könnten kommunale Kläranlagen das zunehmende Problem der Klärschlammentsorgung lösen. Diese hat sich durch neue gesetzliche Rahmenbedingungen stark verteuert.

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