Feuerwehren im Kreis erhalten Geldspritze vom Land

Das Regierungspräsidium Stuttgart verteilt fast 20 Millionen Euro. Im Landkreis Böblingen kommt rund eine Million davon für Feuerwehr-Gebäude und -Fahrzeuge an.

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    . . . noch das Döffinger Feuerwehrgerätehaus Foto: red

Artikel vom 16. Juni 2020 - 14:52

Von Unserer Redaktion

KREIS BÖBLINGEN. "Die Feuerwehren retten und schützen Menschen und Dinge, die uns lieb und wichtig sind - dafür müssen sie gut ausgebildet und technisch ausgestattet sein, das unterstützen wir gerne", begründet Regierungspräsident Wolfgang Reimer den warmen Geldregen in Höhe von fast 20 Millionen Euro aus der Landeshauptstadt Stuttgart. Diese Zuwendungen sollen die Gemeinden und Landkreise bei der Erfüllung ihrer Aufgaben nach dem Feuerwehrgesetz unterstützen.

Das Regierungspräsidium Stuttgart ist für die Stadtkreise Heilbronn und Stuttgart und für die elf Landkreise des Regierungsbezirks Stuttgart direkte Bewilligungsbehörde. Für die kreisangehörigen Gemeinden sind die Landkreise zuständig. Hier verteilt das Regierungspräsidium nach Prüfung der eingegangenen Prioritätenlisten alle Jahre wieder die finanziellen Mittel an die Landkreise.

In den Landkreis Böblingen fließen Fördermittel in Höhe von fast einer Million Euro. Es werden damit drei Bauprojekte finanziell unterstützt. Mit 410 000 Euro profitiert der geplanten Neubau des Grafenauer Spritzenhauses am stärksten. An der Landesstraße zwischen Döffingen und Dätzingen soll ein zentrales Spritzenhaus entstehen, damit die Wehr zentralisiert wird und die bisherigen Feuerwehrgerätehäuser neu genutzt werden werden können.

Der projektierte Anbau an das bestehende Feuerwehrhaus in Schönaich wird mit 90 000 Euro bezuschusst. Bei der Freiwilligen Feuerwehr ist die Vorfreude auf die Erweiterung groß. Dort fehlt es seit Jahren an Platz, das bestehende Domizil in der Bahnhofstraße 28 stammt noch aus den 1970er-Jahren. "Gegenüber der Wache entstehen zwei abgesetzte Garagen mit Rolltoren, in denen wir dann Fahrzeuge und Material unterbringen können", sagt der stellvertretende Kommandant Tobias Amberg.

Geld für Nebengebäude und Fahrzeug in Altdorf

In Altdorf wird ebenfalls der geplante Anbau an des Feuerwehrhaus bezuschusst, und zwar mit 45 000 Euro. Dort ist vorgesehen, hinter dem Gerätehaus einen Sanitärtrakt anzubauen. "Bisher haben wir die Umkleiden hinter den Fahrzeugen und keine separaten Spinde und Duschen für Männlein/Weiblein", ist Altdorfs Kommandant Christian Goy froh um die Förderung aus Stuttgart. Der Anbau sei im Feuerwehrbedarfsplan für die Gemeinde 2017 gewünscht und 2019 vom Gemeinderat bewilligt worden. Technisch wird es ein Durchbruch hinter dem Gebäude geben.

Groß ist die (Vor-)Freude auch, dass 66 000 Euro Zuschuss für einen Gerätewagen GW-L2 fließen. Das neue Fahrzeug, das wegen dem möglichen Einsatzgebiet im Schönbuch allradbetrieben sein wird, löst ein 30 Jahre altes Löschfahrzeug LF 8 ab. Weil es in die Kubatur des Gerätehauses höhenmäßig nicht hineinpasst, bekommt der GW-L2 seinen Standort in einer Fahrzeugbox rechts vom Spritzenhaus.

Außerdem profitieren weitere fünf Feuerwehren im Landkreis. Sie erhalten Zuschüsse für Neuanschaffungen für ihren Fuhrpark. Nufringen bekommt 92 000 Euro für ein Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug (HLF 20). Weil im Schönbuch hat für ein Wechselladerfahrzeug (WLF) einen Zuschuss in Höhe von 66 000 Euro bewilligt bekommen. Leonberg bekommt 61 000 Euro für einen Abrollbehälter Hygiene und 13 000 Euro für einen Mannschaftstransportwagen (MTW). Ehningen und Aidlingen erhalten jeweils 13 000 Euro für solch einen Transporter.

"Alle beantragten Maßnahmen, die nach den Zuwendungsrichtlinien förderfähig sind, können gefördert werden. Im Regierungsbezirk Stuttgart werden in diesem Jahr Investitionen mit rund 14,5 Millionen Euro gefördert. Von der Investitionsförderung werden anteilig rund 7,9 Millionen Euro für die Beschaffung von 115 Feuerwehrfahrzeugen eingesetzt. Für den Neubau und die Erweiterung von 36 Feuerwehrhäusern stehen anteilig rund 5,2 Millionen Euro bereit. Gefördert werden außerdem Einrichtungen für die digitale Alarmierung, die Einführung des Digitalfunks, Integrierte Leitstellen und die Ausstattung von zentralen Schlauch- und Atemschutzwerkstätten.

Zusätzlich zur Förderung für Investitionen erhalten die Städte und Gemeinden und die Stadt- und Landkreise im Regierungsbezirk Stuttgart Pauschalen in Höhe von insgesamt 3,8 Millionen Euro. Für jeden aktiven Feuerwehrangehörigen wird eine Pauschale von 90 Euro und für jeden Angehörigen der Jugendfeuerwehr eine Pauschale von 40 Euro zugewiesen.

Diese Mittel werden als Zuschuss für die laufenden Kosten wie die Ausbildung und Schutzausrüstung, Beschaffungen unter 20 000 Euro und für den laufenden Betrieb von Werkstätten und Übungsanlagen gewährt.

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