Corona: Fälle weiter genau nachverfolgen

Landkreis und Kommunen kooperieren intensiver

Artikel vom 15. Juni 2020 - 17:54

KREIS BÖBLINGEN (red). Im Landkreis Böblingen hat sich das Corona-Infektionsgeschehen deutlich beruhigt. In den letzten sieben Tagen wurden zehn neue Fälle gemeldet, wie das Landratsamt berichtet. Nach Maßgabe des Bundes gelten für den Landkreis 196 neue Fälle innerhalb einer Woche als Schwelle, wonach erneut strenge Einschränkungen getroffen werden müssten. Das Land hat zudem eine Vorwarnstufe geschaltet, die für den Kreis Böblingen bei 140 Fällen innerhalb von sieben Tagen liegt. Dann wird verstärkt zur Einhaltung der Verhaltensregeln ermahnt und Testungen ausgeweitet.

Landrat Roland Bernhard würdigt die Entwicklung: "Die Bevölkerung hat gut mitgemacht und unangenehme Maßnahmen erduldet." Er mahnt aber auch: "Wir dürfen jetzt nicht nachlassen. Auch wenn es nur noch wenige Fälle gibt, müssen wir diese genau verfolgen. Dass wir glimpflich davon gekommen sind, liegt auch daran, dass wir Kontakte ermittelt und Quarantäne verhängt haben."

Für dieses Kontaktpersonenmanagement hat der Landrat mit den Oberbürgermeistern und Bürgermeistern im Kreis eine Strategie zur Verhinderung der Infektionsketten beschlossen. Der Gesetzgeber sieht die Zuständigkeit des Gesundheitsamts vor, dennoch sollen Landkreis und Kommunen Teams bilden. Die Zusammenarbeit habe bei den Kontaktpersonen sehr gut funktioniert. Insgesamt 20 solcher Teams sind für jeweils 20 000 Einwohner zuständig. Sie bestehen aus je zwei Beschäftigten des Gesundheitsamtes und drei aus den Rathäusern. Bernhard wirbt auch für die Warn-App der Bundesregierung: "Wenn viele Menschen die Corona-App anwenden, kann die Kette schneller ermittelt werden." Natürlich sei die Nutzung freiwillig.

Die Ankündigung des Bundesgesundheitsministers, die Kosten für Tests zukünftig von den Krankenkassen übernehmen zu lassen, begrüßt Roland Bernhard. Als erster Landkreis in Baden-Württemberg hatte Böblingen in allen 49 Pflegeheimen flächendeckend getestet. Die Kosten von 400 000 Euro hat das Land nachträglich übernommen.

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