Neue Betreuungskräfte

Ausbildungsabschluss von 26 Tagespflegepersonen

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    Zertifikate noch vor dem Lockdown: Die neuen Tagesmütter und den neuen Tagesvater mit Landrat Roland Bernhard (hintere Reihe Mitte), dem Leiter des Jugendamts Wolfgang Trede (ganz rechts), Vertreterinnen der beiden Tages- und Pflegeelternvereine und Vertreterinnen der Familienbildungsstätten Foto: red

Artikel vom 20. Mai 2020 - 17:24

KREIS BÖBLINGEN (red). Anfang März nahmen 25 Absolventinnen und ein Absolvent ihr Zertifikat für die abgeschlossene Weiterbildung als Kindertagespflegepersonen in Empfang.

"Die Kindertagespflege ist Grundlage für eine vielfältige Betreuungslandschaft. Es ist erfreulich, dass weitere künftige Tagesmütter und Tagesväter die Qualifizierung abgeschlossen haben und sich dieser bedeutenden Aufgabe der Kindesbetreuung im Landkreis Böblingen widmen können", erläuterte Landrat Roland Bernhard. Er verlieh den neuen Tagespflegepersonen ein Zertifikat mit Urkunde, das ihre Fortbildung mit insgesamt 160 Unterrichtseinheiten bescheinigt. Damit können sie nun im Rahmen der "Tagespflege für Kleinkinder im Landkreis Böblingen" (TAKKI) Kinder im eigenen Haushalt oder in angemieteten Räumen als "Tagespflegestellen in anderen geeigneten Räumen" (TaPiR) betreuen.

Die Qualifizierung erfolgt nach dem Curriculum des Deutschen Jugendinstituts in Kursmodulen. Sie umfasst Themen, wie die Gestaltung der Kontakt- und Eingewöhnungsphase, die Verständigung und Zusammenarbeit zwischen Tagespflegeperson und Eltern sowie dem Bildungsauftrag in der Kindertagespflege. Die ersten 30 Einheiten dienen dem Erwerb von Grundlagenwissen. Wenn diese abgeschlossen sind, kann bereits ein Tageskind aufgenommen werden. Anschließend finden die folgenden 130 Unterrichtseinheiten praxisbegleitend statt. Für Tagespflegepersonen, die im Rahmen von TAKKI oder TaPiR Kinder betreuen, werden die Kosten für diese Weiterbildung vom Landratsamt erstattet.

TAKKI gibt es seit zwölf Jahren

Das Modell TAKKI besteht seit Herbst 2008. Für Eltern, die ihr Kleinkind unter drei Jahren in Tagespflege betreuen lassen, entstehen die gleichen Kosten wie für eine Betreuung in den Kindertageseinrichtungen des jeweiligen Wohnortes. Tagespflegepersonen, die sich am Modell beteiligen, erhalten das Betreuungsentgelt von den Gemeinden oder Städten ausbezahlt. Den Differenzbetrag übernimmt die Kommune. Das bedeutet für die selbstständig tätigen Tagespflegepersonen eine große finanzielle Sicherheit und das Tagespflegeverhältnis wird nicht durch die Abwicklung der Zahlungsvorgänge belastet, heißt es in einer Pressemitteilung. Außerdem gibt es Kranken- und Urlaubsgeld. Die Vermittlung von Tagespflegepersonen erfolgt über die Tages- und Pflegeelternvereine, die auch in vielen Rathäusern regelmäßig Sprechstunden anbieten.

Da Kindertagespflege sich generell an Kinder von 0-14 Jahren richtet, wurde das Angebot mit TAKKI-plus auf Kindergarten- und Schulkinder als ergänzendes Angebot zur Regelbetreuung in Randzeiten erweitert. Im Kreis Böblingen beteiligen sich derzeit 24 Kommunen am Modell TAKKI.

Neben der klassischen Tagespflege gibt es seit drei Jahren im Landkreis Böblingen auch die "Tagespflegestellen in anderen geeigneten Räumen", kurz TaPiR genannt. Bei TaPiR handelt es sich um Großtagespflegestellen. In der Regel bieten zwei Tagespflegepersonen eine Betreuung von maximal neun Tageskindern an. Der Schwerpunkt von diesem Angebot liegt in der Flexibilität. Bedarfsorientierte Betreuung wird in einer kleinen Gruppengröße mit individuellen Förderungsmöglichkeiten angeboten. Damit werde es dem Wunsch vieler Eltern nach frühen sozialen Erfahrungen in einer kleinen Gruppe gerecht. Gleichzeitig schaffe die Betreuung in kindersicheren Räumen einen behüteten Rahmen und einen familiären Tagesablauf, heißt es abschließend.

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