Böblinger Kitas öffnen ab 25. Mai teilweise

  • img
    Viele Böblinger Kitas blieben in den vergangenen Wochen leer Foto: Eibner/Sascha Walther/Archiv

Artikel vom 20. Mai 2020 - 14:48

KREIS BÖBLINGEN (red). Seit nunmehr zwei Monaten sind die Kindertageseinrichtungen (Kitas) in Baden-Württemberg geschlossen. Nur wenige Kinder konnten im Rahmen einer Notbetreuung versorgt werden, vor allem wenn die Eltern in systemrelevanten Berufen tätig sind. Nun hat das Land einen weiteren Schritt zur Ausweitung des Notbetriebs beschlossen. Dieser soll Kindern und Eltern ein Stück Normalität wiederbringen.

Bislang waren auch in den Böblinger Kitas die Möglichkeiten der Betreuung streng begrenzt. Dies ändert sich mit der neuen Fassung der Corona-Verordnung. Künftig können laut einer Pressemitteilung der Stadt bis zu 50 Prozent der Plätze je Kita-Gruppe belegt werden - wenn das Fachpersonal vorhanden ist, die Räume eine solche Betreuung mit Abstand hergeben und ein Hygienekonzept die passenden Rahmenbedingungen schafft.

Welche Kinder die Plätze in Anspruch nehmen können, die im Rahmen der erweiterten Notbetreuung noch übrig sind, regelt die neue Verordnung nicht. Das Kultusministerium hat hier verschiedene Optionen in den Raum gestellt und überlässt es den Träger vor Ort, darüber Entscheidungen zu treffen.

Die Stadt Böblingen hat sich entschieden, die verfügbaren Plätze für möglichst viele Kinder anzubieten, heißt es weiter. Da jedoch nur maximal 50 Prozent der Plätze zur Verfügung stehen bedeutet dies, dass es keine Angebote für eine dauerhafte Betreuung geben wird. Die verfügbaren Plätze werden nur im wöchentlichen Wechsel angeboten werden.

Weil die entsprechende Rechtsverordnung erst am Samstag Mittag, 16. Mai, veröffentlicht wurde, habe es keinen ausreichenden zeitlichen Vorlauf gegeben, um diese Entscheidungen bereits ab 18. Mai direkt und fundiert in den Kitas umzusetzen. Die Einrichtungen werden sich nun mit den Eltern in Verbindung setzen und abklären, ob eine Betreuung gewünscht ist und welche Notwendigkeiten es für die Betreuung gibt. Hier spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, zum Beispiel, ob das Kind im September in die Schule kommt, ob Sprachförderung erfolgen muss oder ob die Eltern hinsichtlich einer Erwerbstätigkeit durch die eingeschränkte Betreuung unterstützt werden können. Die Stadt wird den erweiterten Notbetrieb dann ab Montag, 25. Mai, umsetzen.

Bei den pädagogischen Fachkräften gibt es wie bei den Lehrkräften an den Schulen Personen, die eventuell nicht einsetzbar sind, da sie beispielsweise wegen einer Vorerkrankung ein zu hohes gesundheitliches Risiko haben. Leider fehlen noch immer wissenschaftliche Erkenntnisse, ob Kinder als Überträger ein hohes Risiko darstellen oder nicht. Hier laufen derzeit an verschiedenen Fakultäten Studien.

Wie viele andere Städte auch hätte sich auch Böblingen einen Kriterienkatalog vom Land gewünscht, wer vorrangig von der Erweiterung der Notbetreuung profitieren soll, so die Pressemitteilung. Eine solche Auswahl hätte jedoch auch zur Folge, dass ganze Gruppen von Kindern nicht bedacht werden könnten.

"Die Situation bleibt schwierig, auch wenn nun einige Kinder mehr betreut werden können. Mit den neuen Rahmenbedingungen wird man die Situation im Gesamten etwas verbessern können - sie ist jedoch immer noch weit entfernt von einem normalen Betrieb, wie es ihn vor dem Corona-Beschränkungen seit dem 17. März gab", schreibt die Verwaltung abschließend.

Verwandte Artikel