Haustiere muntern die Menschen auf

In den Corona-Zeiten fehlen die Kontakte untereinander: Da werden Katzen und Hunde noch wertvoller, als sie es sonst schon sind

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    "Katzen verraten kein Geheimnis": In Zeiten geringer Sozialkontakte sind die Haustiere den Menschen viel wert Foto: Bischof/Archiv

Die Corona-Krise hat viel Ungewohntes mit sich gebracht. Einer der gravierendsten Einschnitte für die Menschen ist sicherlich der Verlust an sozialen Kontakten. Manche laufen Gefahr, in den eigenen vier Wänden unglücklich zu werden. Doch die Rettung für viele Zweibeiner sind die Vierbeiner. Haustiere helfen über die Krise hinweg.

Artikel vom 08. Mai 2020 - 18:54

KREIS BÖBLINGEN (krü). Hund und Katze, Kaninchen oder Meerschweinchen - sie alle stehen ihren Besitzern oder auch der Nachbarschaft nach wie vor zur Verfügung und kitten manch emotionales Loch.

Von einem solchen hilfreichen und aufbauenden Kontakt hat uns zum Beispiel Helmut Possiel berichtet - nämlich zu Martina. "Das ist die junge Katze meiner beiden Nachbarskinder. Wenn sie im Garten ist und ich die Terrassentür öffne, kommt sie sofort angesaust", berichtet der Böblinger, "sie spaziert wie selbstverständlich ins Haus und inspiziert alle Zimmer bis hinauf zum Dachgeschoss." Possiel erzählt angetan, wie die Katze manchmal einfach herbeigeschlendert kommt, ohne irgendetwas zu wollen. "Sie streicht liebevoll um meine Füße herum und verschwindet wieder. Und sie kann schweigen."

Der Lyriker und Kinderbuchautor Josef Guggenmos wusste viel von Natur und Jahreszeiten, von Pflanzen und vom Leben der großen, kleinen und kleinsten Tiere zu erzählen. Von ihm stammt der Spruch: "Katzen kann man alles sagen. Was man auch zu ihnen spricht, sie verraten kein Geheimnis. Katzen machen so was nicht!" Was selbstverständlich jederzeit die Aufmerksamkeit der Tiere hervorruft, ist Futter. "Jetzt habe ich mir ein Katzen-Leckerli besorgt,", erzählt Helmut Possiel, "wenn ich mit der Verpackung knistere, ja, dann spitzt sie die Ohren, dann beachtet sie mich endlich, lässt sich sogar kurz streicheln und kraulen - und ist doch nach dem Genuss des Leckerlis bald wieder weg." Diese Besuche seien für ihn in den vergangenen Wochen wichtig geworden. "Der Kontakt mit Martina, der jungen Katze meiner Nachbarskinder, ist in Zeiten von Corona etwas sehr Schönes", fasst Possiel zusammen.

Kater Apollo will nachdenken

Eine enge Bindung hat auch die langjährige KRZ-Mitarbeiterin Jutta Rebmann zu ihren beiden Katzen. Der Kater Apollo ist rot-weiß, mit buschigem Schwanz und langem Fell. Seine Partnerin Ebony ist pechschwarz und sehr aktiv. Zu dritt kommen sie ganz gut durch die Corona-Krise.

Doch Jutta Rebmann lässt ihren Kater Apollo selbst erzählen: "Mir macht eine Ausgangssperre wenig aus, ich setze mich in den Garten und gucke. Ebony braucht Auslauf." Die Tiere seien ein bisschen irritiert, weil die Straßen leerer sind als sonst, weniger Autos fahren. "Aber egal, unsere Näpfe werden gefüllt, Trockenfutter ist auch da", freut sich Apollo. Der Kater glaubt auch zu wissen, warum Klopapier anfangs so begehrt war: "Ich glaube ja, das liegt an den schönen Pappen innen drin. Die gehören immer Ebony und mir. Frauchen zieht sie auf ein Band, und wir rennen hinterher. Sie klackern so schön und lassen sich gut vollsabbern." Auch eine Perspektive.

"Ich bin nun fast neun Jahre alt, so etwas habe ich noch nicht erlebt", lässt Jutta Rebmann ihren Kater ausrichten, "aber immerhin wird es mir nicht langweilig. Seid mir nicht böse - ich muss nun auf die Terrasse gehen, mich auf das Polster legen und erst einmal nachdenken. Macht das doch auch - dann geht alles schneller rum."

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