Unternehmen: Ausbildung trotz Corona-Krise

Laut IHK will Großteil der Firmen neue Azubis einstellen

Artikel vom 06. Mai 2020 - 17:43

KREIS BÖBLINGEN (red). Eine Abfrage durch die IHK-Bezirkskammer von Unternehmen im Landkreis Böblingen hat ergeben, dass ein Großteil der Betriebe auch zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres 2020/2021, das am 1. September 2020 beginnt, Ausbildungsplätze anbieten wollen. Dazu hat die IHK-Bezirkskammer neben ihrer Bezirksversammlung auch ihr Ausbilderforum befragt, dem viele Ausbilder aus Betrieben im Landkreis Böblingen angehören und das sich regelmäßig trifft, um sich über ausbildungsrelevante Themen auszutauschen.

Auch hier ist die Bereitschaft bei der befragten überwiegenden Mehrheit sehr groß, die für das neue Ausbildungsjahr geplanten Ausbildungsplätze zu besetzen - wenn auch in einigen Betrieben die Zahl der Ausbildungsplätze heruntergefahren wird beziehungsweise ganz auf Ausbildung verzichtet wird. "Das ist ein starkes Signal der Ausbildungsbetriebe" erklärt IHK-Präsident Andreas Hadler. Erfreulich ist zudem, so Hadler weiter, dass die Auszubildenden mit der aktuellen Situation laut Ausbildungsbetrieben gut zurecht kommen.

Für diejenigen von ihnen und auch bei Ausbildungsbetriebe, bei denen es zu Problemen kommt oder Verunsicherung herrscht, stehen die Ausbildungsexperten der Bezirkskammer Böblingen natürlich mit Rat und Tat zur Seite", betont Hadler ergänzend. "Trotz der Corona-Krise machen sich Unternehmer Gedanken um die Zukunft der jungen Menschen im Landkreis. Ich hoffe sehr, dass andere, auch wenn sie momentan mit der Krise und ihren Auswirkungen auf den eigenen Betrieb beschäftigt sind, folgen werden und in diesem Jahr Ausbildungsplätze anbieten". Statistisch bestätigen lässt sich diese Entwicklung zunächst nur bedingt.

Problematische Situation bei Hotels und in der Gastronomie

"Wir hatten Ende März im Vergleich zum Vorjahr eine fast identische Zahl an neu eingetragenen Ausbildungsverhältnissen" ergänzt Marion Oker, Leitende Geschäftsführerin der IHK-Bezirkskammer Böblingen. "Mit eingerechnet sind aber natürlich schon viele Verträge von der Zeit vor der Corona-Krise und sehr viele Ausbildungsbetriebe haben uns dieses Jahr sehr frühzeitig ihre Auszubildenden gemeldet. Wir hoffen sehr, dass die Betriebe, aber auch die neuen Auszubildenden dabei bleiben."

Als sehr problematisch empfinden Hadler und Oker die Situation der Ausbildungsbetriebe in der Gastronomie und Hotellerie: Die verordneten Schließungen machen die betriebliche Ausbildung im Service oder in der Küche nahezu unmöglich. Positiv bewertet die IHK-Bezirksversammlung die Soforthilfe-Programme von Bund und Land zur Vermeidung von Liquiditätsengpässen und die Schnellkredite mit Bundesbürgschaft für Anschaffungen und laufende Kosten. Auch die Entlastung durch die Kurzarbeit sehen die Betriebe als wichtiges Mittel zur Reduzierung der wirtschaftlichen Folgen.

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