Mit Kameras den Tieren auf der Spur

Neue Drohnen: Team der Kitzrettung auch in Zeiten von Corona im Kreis Böblingen im Einsatz

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    Jäger, Landwirte, Piloten und Landrat beim Projektstart vor einem Jahr Foto: amk

Artikel vom 05. Mai 2020 - 18:36

KREIS BÖBLINGEN (red). Im vergangenen Jahr hat die Kreisjägervereinigung Böblingen das Kitzrettungsprojekt gestartet, um gemeinsam mit Landwirten und Jägern aus der Region Rehkitze vor dem Mähtod zu retten. Der Einsatz von Drohnen in Kombination mit Wärmebildtechnik hat sich hierbei als zeitsparend und effektiv herausgestellt. Die Kreisjägervereinigung Böblingen kooperiert hier mit dem Landratsamt, das für dieses Jahr zwei neue Flugeräte zur Verfügung stellt. Bei freien Kapazitäten erfolgt zudem eine Kooperation mit der Jägervereinigung Leonberg, die über noch eine weitere Drohne verfügen.

Für das Rehkitz-Rettungsteam unter der Leitung von Marc Lachenmann sind es aufgrund der Pandemie jedoch erschwerte Bedingungen. Mindestabstand und Kontaktbeschränkungen erlauben keine großangelegten Suchaktionen. Möglich sind neben dem Absuchen der Flächen mit Drohnen zum Beispiel das Absuchen der Wiese mit Hund (ohne Menschenketten) sowie das Aufstellen von Vergrämungsmaßnahmen. Diese Leistung ist für den Landwirt und auch für den Jagdpächter kostenfrei.

90 000 Rehkitze sterben jährlich in Deutschland durch Mähmaschinen

Zum Thema Rehkitzrettung hat sich auch die Landesbeauftragte für Tierschutz aktuell zu Wort gemeldet: "Durch die Mähmesser kommt es zwischen Mitte April bis Ende Mai zu schweren Verletzungen und tödlichen Unfällen", sagte so die Landestierschutzbeauftragte Julia Stubenbord zuletzt in Stuttgart. Über 100 000 Wildtiere sterben jährlich in Deutschland durch Mähmaschinen, davon sind knapp 90 000 Rehkitze. Neben der Tierschutzrelevanz besteht dabei für die Landwirte auch ein wirtschaftliches Risiko. "Die Kadaver im Gras können durch die Verwesung unter Luftabschluss gefährliche Giftstoffe im Silagefutter bilden, die zu tödlichen Krankheiten bei den Tieren, die das Futter dann fressen, führen", so Stubenbord weiter. Zudem drohen strafrechtliche Konsequenzen.

Mehr zur Arbeit des Teams und Kontaktinformationen bei der Kreisjägervereinigung Böblingen unter der Adresse http://www.kjvbb.de/kitzrettung im Internet. Eine Übersichtskarte zu Kitzrettungsprojekten findet sich unter http://www.landesjagdverband.de/projekte/kitzrettung im Netz.
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