Von 49 Seniorenheimen sind 28 ohne Infektion

Im Kreis Böblingen wurden die Heime flächendeckend getestet

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    Insgesamt 28 der 49 Seniorenheime im Kreis Böblingen sind ohne Corona-Infektion. Foto: Stefanie Schlecht

Artikel vom 01. Mai 2020 - 10:23

KREIS BÖBLINGEN (red). Als einer der ersten Landkreise in Baden-Württemberg hatte sich der Landkreis Böblingen vor rund drei Wochen dazu entschieden, flächendeckende Tests in allen Pflegeheimen - bei Bewohnern und Pflegepersonal - durchzuführen. Ziel war es, bei dieser besonders gefährdeten Personengruppe frühzeitig Infektionsherde zu entdecken, um mit geeigneten Maßnahmen gegensteuern zu können.

"Die Entscheidung war richtig", ist Landrat Roland Bernhard überzeugt. "Bund und Land wollen diesbezüglich jetzt nachziehen." Und die Ergebnisse im Landkreis Böblingen sind erfreulich: Von 49 Heimen weisen 28 Heime keine Infektionen auf, 18 Heime haben zwischen 1 und 10 Fälle, lediglich zwei Heime hatten sich als "Hotspots" mit mehr als zehn Infektionen ergeben (Samariterstift Leonberg und Bürgerheim Weil der Stadt - Berichterstattungen dazu sind bereits erfolgt). Ein Ergebnis steht noch aus.

"Die Tests waren ein Kraftakt, denn wir sprechen hier von rund 3000 Menschen, die getestet und deren Abstriche labortechnisch untersucht wurden", so Bernhard. Das verursacht natürlich Kosten. Geld, das der Landkreis Böblingen vorgestreckt hat und bei dem er auf Kostenübernahme hofft. Angesichts der neuen Teststrategie steht das Land Baden-Württemberg aktuell in Kontakt mit dem Bund und drängt auf eine Kostenübernahme durch den Bund. Vorerst aber werden die Kosten für Testungen seit dem 17. April vom Land übernommen.

Hoffnung auf Kostenübernahme durch Land oder Bund

"Unsere Tests haben schon früher begonnen. Ich gehe davon aus, dass die Landkreise Böblingen, Tübingen und Reutlingen, die mit der flächendeckenden Testung in den Pflegeheimen vorangegangen sind, dafür jetzt nicht bestraft werden", fordert Bernhard. "Die Tests in allen Heimen waren richtig, um diese besonders vulnerable Personengruppe zu schützen", sagt er. Als nächstes sind nun die 17 Behinderteneinrichtungen im ganzen Landkreis dran.

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