Zu viel Betrieb auf den Wertstoffhöfen

Die Wertstoffhöfe im Kreis Böblingen sind überlastet - Landratsamt appelliert, Abstände einzuhalten

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    Viele Menschen nutzen die Tage, um gründlich auszumisten und die Wertstoffhöfe anzufahren / Foto: STS/Archiv

Artikel vom 08. April 2020 - 13:06

KREIS BÖBLINGEN (red). "Der Besuch auf dem Wertstoffhof ist wie Einkaufen - nur rückwärts: Man holt keine neuen Waren aus dem Regal, sondern entledigt sich der Abfälle und Wertstoffe in die entsprechenden Container", schreibt der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) des Landkreises Böblingen. "In Zeiten der Corona-Krise gilt beim Wertstoffhofbesuch wie im Supermarkt: zwei Meter Abstand halten, die Anzahl der Kunden einschränken, Disziplin, Geduld, Besonnenheit und Respekt gegenüber den weit mehr als sonst geforderten Mitarbeitern mitbringen."

Trotz der dringenden Aufrufe des Abfallwirtschaftsbetriebs nehme die Kundenfrequenz auf den Höfen weiter zu, schreibt das Landratsamt in einer Pressemitteilung. Damit der Betrieb der 31 Entsorgungsstellen im Landkreis aufrechterhalten werden kann, sei eine Akzeptanz der Regelungen absolut notwendig und den Anweisungen des Personals unbedingt Folge zu leisten. "Dass viele Menschen durch das Zuhause-Bleiben ausmisten und renovieren, ist zwar nachzuvollziehen", heißt es, "unbestritten stellen die Unmengen an Renovierungsabfällen, die seit einigen Tagen auf den Wertstoffhöfen angeliefert werden, jedoch eine kaum zu stemmende zusätzliche Belastung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dar."

Um die angespannte Situation auf den Höfen etwas zu entlasten, werden deshalb ab sofort Renovierungsabfälle sowie Holz aus dem Außenbereich - beides kostenpflichtig - auf allen Wertstoffhöfen bis auf Weiteres abgewiesen.

"Bitte haben Sie Verständnis für diese Maßnahme und lassen Sie Ihre Renovierungs- und Entrümpelungsabfälle noch ein paar wenige Wochen zu Hause im Keller, Carport oder in der Garage liegen", appelliert Werkleiter Thomas Koch an die Vernunft der Bürger. Wenig Verständnis hat der Werkleiter für diejenigen, die ihren Unmut über die eingeschränkten Kapazitäten der Höfe an den Mitarbeitern auslassen. "Unsere Mitarbeiter können nichts für die Corona-Krise, sondern tun ihr Bestes, damit die Wertstoffhöfe funktionieren". Vereinzelt müssen sich die Mitarbeiter Beleidigungen und sogar tätlicher Übergriffe erwehren. Solche Vorfälle werden ab sofort konsequent geahndet. "Das Personal auf Wertstoffhöfen leistet einen großartigen Einsatz und verdient hierfür den gebührenden Respekt."

Mit den Besuchsregeln, vor allem mit dem Mindestabstand von zwei Metern schützt der Abfallwirtschaftsbetrieb - wie der Supermarkt auch - sowohl seine Kolleginnen und Kollegen vor Ort als auch die anderen Kunden vor Ansteckung mit dem Corona-Virus.

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