Corona: Pflegeheime im Landkreis werden durchgetestet

Der Landkreis Böblingen lässt alle Pflegeheime durchtesten. Zahlreiche positiv geteste Fälle gab es im Samariterstift in Leonberg und im Bürgerheim in Weil der Stadt

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    Auch im Samariterstift in Leonberg gab es viele positive Tests / Foto: Archiv

Die Bemühungen, die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, richten sich jetzt gezielt auf Einrichtungen, in denen Risikogruppen untergebracht sind. Als erster Landkreis in Baden-Württemberg ist der Landkreis Böblingen dazu übergegangen, flächendeckend Personal und Patienten in den Heimen durchzutesten.

Artikel vom 07. April 2020 - 18:30

LANDKREIS BÖBLINGEN (red). In einzelnen Pflegeheimen war es schon zu Covid-19-Infektionen gekommen. "Diese Heime wurden als erste, bereits letzte Woche und am Wochenende durchgetestet. Von bisher getesteten neun Heimen sind die Ergebnisse überwiegend gut", so ein erstes Fazit laut Landrat Roland Bernhard. In zwei Heimen sind viele positive Ergebnisse identifiziert worden. Dabei handelt es sich um das Samariterstift in Leonberg und das Bürgerheim in Weil der Stadt. Separierungsmaßnahmen seien eingeleitet. Nach allen Pflegeheimen sollen auch in allen Einrichtungen der Behindertenhilfe unabhängig von Symptomen Tests durchzuführen.

Die Pflegeeinrichtungen der Keppler-Stiftung im Landkreis Böblingen sind laut Pressemitteilung des Betreibers in unterschiedlichem Maß betroffen:

► Bereits seit dem 10. März gelte in allen Einrichtungen ein Besuchsverbot. Trotzdem wurde im Weil der Städter Bürgerheim ein Eintrag des Virus nicht verhindert. Am Samstag, 28. März, gab es einen ersten Verdachtsfall unter den Mitarbeitenden. Laut Keppler-Stiftung "wurden die Kontaktpersonen identifiziert und folgten den Auflagen des Gesundheitsamtes mit erhöhten Hygienemaßnahmen. Am Dienstag, 31. März, wurde ein Bewohner mit Symptomen ins Krankenhaus verlegt. Der Test fiel positiv aus. Bis zum 2. April wurden weitere zwei Bewohner ins Krankenhaus verlegt. Alle Bewohner der betroffenen Wohngruppe wurden dann auf ihren Zimmern versorgt. Die Räume durften nicht mehr verlassen werden. Am 1. April wurde diese Regelung aufgrund von zwei neu nachgewiesenen Infektionen auf das gesamte Haus ausgeweitet. Mehrere Bewohner zeigten Fieber und weitere Symptome. Am 4. April verstarb der am 31. März ins Krankenhaus verlegte Bewohner. Zwei weitere Bewohner starben ebenfalls im Krankenhaus: am 5. April und am 7. April. Aktuell steht die Krankenhausentlassung einer wieder gesunden Bewohnerin an. Am 4. April fanden Tests von allen Bewohnern und Mitarbeitenden statt, die Ergebnisse wurden am 6. April bekannt: Von 70 Personen (52 Bewohner und 18 Mitarbeitende) wurden 36 Bewohner und fünf Mitarbeitende positiv auf Covid-19 getestet. Insgesamt zwei Personen zeigen Symptome einer Lungenerkrankung. Die positiv getesteten Mitarbeitenden sind in Quarantäne, die Bewohner werden in ihren Zimmern versorgt. Drei Bewohner mit Symptomen werden isoliert betreut."

► Im Haus Augustinus Sindelfingen wurde laut Keppler-Stiftung die gesamte Einrichtung getestet: "Sechs Bewohner sind positiv, 65 negativ. Von den bereits getesteten Mitarbeitern sind zwei positiv und 20 negativ. Am Dienstag wurden die restlichen Mitarbeiter getestet. Quarantäne-Maßnahmen der Bewohner sind eingeleitet."

► Im Haus Adrienne von Bülow in Grafenau hatte ein Mitarbeiter mit Kontakt zu einem bestätigten Fall ohne Symptome und Test und ist vorsorglich in Quarantäne. Derzeit gibt es keine bestätigten Fälle unter Bewohnerinnen und Mitarbeitenden. Am Mittwoch steht die Testung des ganzen Hauses an.

► Im Haus Michael in Merklingen ist ein positiv getesteter Mitarbeiter in Quarantäne. Es gibt laut Keppler-Stiftung einen Verdachtsfall, der nicht positiv bestätigt ist. Am Mittwoch steht auch dort die Testung des ganzen Hauses an.

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