Landkreis Böblingen verteilt Schutzmasken

Obwohl das eigentlich nicht die Aufgabe des Landkreises ist, kauft er für 1,9 Millionen Euro Schutzausrüstung - Eigene Bestellung wird an stationäre Pflege, ambulante Dienste und kritische Infrastrukturen verteilt

  • img
    Solche FFP2-Masken sind derzeit sehr gefragt / Foto: Archiv

Artikel vom 06. April 2020 - 15:39

KREIS BÖBLINGEN (red). Der Landkreis Böblingen unternimmt im Zuge einer Freiwilligkeitsleistung große Anstrengungen, um Schutzausrüstung gegen die Verbreitung des Coronavirus zu beschaffen. Die Gesamtsumme aller aktuell laufenden Bestellungen summiert sich mittlerweile auf 1,9 Millionen Euro. Eine erste Lieferung - bestehend aus 20 000 FFP2-Masken - konnte jetzt verteilt werden. "Wir sind froh, hier unterstützen zu können und damit einen Beitrag zur Eindämmung des Virus in der besonders gefährdeten Gruppe der Pflegebedürftigen zu leisten",", sagt der Böblinger Landrat Roland Bernhard.

Im Krisenstab des Landkreises Böblingen ist eine umfassende Bestandsermittlung gemacht worden - flächendeckend bei allen Bereichen ambulanten und stationären Pflege, bei Rettungsdiensten, niedergelassenen Ärzten, Hebammen, Bestattern, Jugendbetreuungseinrichtungen, Katastrophenschutzeinheiten, Betreibern kritischer Infrastrukturen und Polizeibehörden. Daraus wurde ein Verteilungsschlüssel errechnet. "Verteilt wird, so wie wir etwas haben, und zu denen, bei denen die Not am größten ist", so der Landrat.

So wie jetzt am Wochenende passiert. Die Hälfte der Lieferung wurde an Pflegeheime und ambulante Pflegedienste verteilt; die andere Hälfte an Einrichtungen der Kritischen Infrastruktur und der Jugendhilfe. "Es ist nicht primär die Aufgabe der Landkreisverwaltung, Schutzausrüstung einzukaufen und vorzuhalten", so Landrat Roland Bernhard. "Aber wir sind froh, auf diese Weise unterstützen zu können." Die Dinge werden zum Einkaufspreis weitergeben.

Wann weitere Lieferungen eintreffen, kann nie vorab gesagt werden. "Wir können immer erst an eine Verteilung denken, wenn wir selbst die Paletten auf dem Hof haben", so Bernhard. Aber, so versichert er, beim Landkreis selbst verbleibe die Ware nicht lang. "Der Krisenstab mit allen Beteiligten leistet hier eine großartige Arbeit." Dennoch sollten alle Beteiligten nicht nachlassen in ihren Bemühungen, an benötigte Schutzausrüstungsgegenstände zu kommen. "Keiner weiß, wann wer was bekommt, darum sollten sich alle weiterhin bemühen."

Von Anfragen an die Landkreisverwaltung wird gebeten abzusehen. "Wir haben den Bedarf ermittelt und kommen auf die Stellen zu, wenn wir etwas haben."

Verwandte Artikel