Fahrgastpotenziale in den Blick nehmen

Bürgeraktion Unsere Schwarzwaldbahn (BAUS) beteiligt sich anIdeenwettbewerb für neue Bahnen im Landkreis Böblingen

Artikel vom 05. April 2020 - 20:06

KREIS BÖBLINGEN (red). In einem Schreiben an Landrat Roland Bernhard und die Fraktionsvorsitzenden im Kreistag sowie an den Tübinger Landrat Joachim Walter, Oberbürgermeister Boris Palmer und den Calwer Landrat Helmut Riegger regt die Bürgeraktion Unsere Schwarzwaldbahn den Bau eines Stadtbahnnetzes im Kreis Böblingen an. Erst kürzlich hat die Böblinger Kreisverwaltung die Untersuchung verschiedener zusätzlicher Bahnverbindungen angekündigt. Die Bürgeraktion will erreichen, dass auch ihre Vorschläge geprüft werden.

Für Sprecher Erwin Eisenhardt sind drei Zielrichtungen wichtig: Die S-Bahn müsse durch tangentiale Verbindungen entlastet, neue und große Fahrgastpotentiale erschlossen und erhebliche Fahrzeitgewinne erzielt werden.

Vier Vorschläge verbinden die Wirtschaftszentren

Die Bahnaktivisten machen vier Vorschläge: Eine Stadtbahn von Vaihingen über Büsnau und Leonberg nach Rutesheim, eine Stadtbahn von Böblingen über Dettenhausen nach Tübingen, eine Stadtbahn von Böblingen über Grafenau nach Weil der Stadt/Calw und eine Stadtbahnverbindung Nagold-Herrenberg.

Mit der Verbindung des Raumes Leonberg mit Vaihingen würde eine zuverlässige und zeitsparende Anbindung an das Wirtschaftszentrum auf den Fildern, die Universität und den Flughafen geschaffen, betont die Initiative. Die Bahnaktivisten sehen hier große Fahrzeitgewinne und ein großes Fahrgastpotenzial. Der Umweg über Stuttgart und das Stehen im Stau mit heutigen Buslinien würden der Vergangenheit angehören, zählt Klaus Hünerfeld von der Bürgeraktion einige Vorteile auf.

Ein ebenfalls sehr großes Fahrgastpotenzial hätte wohl eine Stadtbahnverbindung von Böblingen über Dettenhausen geradlinig entlang der K6912 (Pfrondorf) nach Tübingen. Diese Schienenachse wäre massiv kürzer als alle bisherigen Verbindungen auf den Bestandsstrecken. An beiden Enden würden Einwohnerpotenziale von rund 200 000 Menschen erschlossen.

Mit der Regionalstadtbahn Neckar-Alb wäre laut Bürgeraktion das nötige und geeignete Grundsystem bereits vorhanden, es entstünde also kein Inselbetrieb. "Wer die Autoschlangen reduzieren will, die sich morgens auf den Weg von Reutlingen und Tübingen in den Raum Böblingen- Sindelfingen machen, hätte hier ein geeignetes Instrument", zeigt sich der Renninger Erwin Eisenhardt überzeugt.

Die Bahnaktivisten haben ihre Vorschläge detailliert ausgearbeitet, den Entscheidungsträgern der drei betroffenen Landkreise zugesandt und hoffen nun auf Gesprächsbereitschaft.

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