Langsam droht der Lagerkoller

Das Virus und wir

Artikel vom 13. April 2020

Das Coronavirus bestimmt unseren Alltag. Die vielen kleinen Geschichten rund um unser Leben mit dem Virus fasst die Redaktion der Kreiszeitung in dieser täglichen Rubrik zusammen.

Samstag, 4. April:

Leben in einer Kiste: Ein Lied, das ich als Teenager rauf und runter gehört habe, war "Living in a Box". Ich hatte zwar keine Ahnung, worum es dabei ging, aber irgendetwas an diesem typischen 80er-Popsong sprach mich einfach an. Heute, drei Jahrzehnte später, habe ich den Refrain wieder im Ohr - und plötzlich ergibt das mit dem "Leben in einer Kiste" sehr viel Sinn. Der von der Virus-Pandemie auferlegte Hausarrest sorgt bei mir und meiner Familie so langsam für Lagerkoller. Das gilt nicht nur für uns Zweibeiner.

Auch unsere Katze dreht irgendwie gerade am Rad. Ständig will das kleine Biest bespaßt werden. Dabei springt sie wie von der Tarantel gestochen in die Höhe, prescht wie ein fluffiges Zwerg-Wildpferd durch die Wohnung und bekommt immer diesen irren Blick, wenn sie ihr Spielzeug zu packen bekommt, sich dann auf die Seite legt und wie bekloppt wild mit den Hinterpfoten daran scharrt.

Vielleicht merkt ja auch sie, dass gerade irgendetwas anders ist da draußen. Möglicherweise ist das der Grund dafür, dass sie sich in letzter Zeit so gerne in eine Kiste zurückzieht. Meistens schläft sie da drin. Manchmal lauert sie aber auch, um dann blitzschnell ihre Pfote vorzustrecken, wenn ihr etwas zu nahe kommt. Tja, so ist es eben, wenn man in einer Kiste lebt. Irgendwann fährt da jeder mal die Krallen aus. (Text/Foto: edi)

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