Limits und Verbote: B 464 soll weiter entschärft werden

Mit einem Überholverbot und Tempolimits wollen die Behörden die Sicherheit erhöhen - Serie schwerer Unfälle zum Jahreswechsel

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    Die B 464 zwischen Sindelfingen und Renningen war Ende 2019 der Schauplatz zwei schlimmer Unfälle: vier Menschen starben Foto: Archiv/STS

Nach einer Reihe schwerer Unfälle auf der B 464 zwischen Böblingen und Renningen im vergangenen Jahr hatte der Landkreis Böblingen und die Polizei vier Hinweisschilder aufgestellt und mobile Tempokontrollen eingesetzt. Jetzt folgen weitere Maßnahmen gegen Unfälle.

Artikel vom 25. März 2020 - 14:00

KREIS BÖBLINGEN (red). Die B 464 soll noch sicherer werden: Bei einem Spitzengespräch mit hochrangigen Vertretern beteiligter Behörden im Januar zudem weitere mittelfristige Maßnahmen besprochen und beauftragt, zu prüfen. Eine behördenübergreifende Unfallkommission hat nun deren konkrete Umsetzung beschlossen. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 90 Stundenkilometer auf dem Streckenabschnitt zwischen Darmsheim bis zum "Lückenschluss" mit der B295 bei Renningen wird kommen.

Auf demselben Teilstück soll eine doppelt durchgezogene Linie ein Überholverbot markieren. Die Doppellinie wird zudem profiliert ausgeführt, sodass Fahrer auch akustisch gewarnt werden, wenn sie die Linie überfahren. Die neue Linie wird im Zuge einer Fahrbahndeckensanierung aufgebracht. Die Sanierung erfolgt in zwei Abschnitten, der erste Abschnitt von Darmsheim bis zur Einmündung der Kreisstraße bei Maichingen ist für Mai geplant.

Mobiler Blitzer arbeitet mehrere Tage autark

Im Zuge dessen wird die B 464 um mehrere Nothalte-Buchten ergänzt, um havarierte Fahrzeuge von der Fahrbahn fernzuhalten und Staus zu vermeiden. Die Geschwindigkeitsüberwachungen der Polizei werden ergänzt um einen sogenannten Enforcement-Trailer des Landkreises Böblingen, ein teilstationäres Überwachungsgerät, das mehrere Tage an einer Stelle eingesetzt werden kann. Dabei arbeitet das Gerät autark und benötigt keine personelle Betreuung.

"Die Unfälle haben mich sehr betroffen gemacht. Wir haben uns mit allen zuständigen Stellen rasch zusammengesetzt und gemeinsame Lösungen für eine optimierte Verkehrssicherheit gefunden. Ich appelliere jedoch besonders an die Autofahrer, rücksichtsvoll zu fahren und sich nicht ablenken zu lassen," sagt Landrat Roland Bernhard.

Polizeipräsident Burkhard Metzger ergänzt: "Wir freuen uns, dass wir innerhalb kurzer Zeit gemeinsam ein ganzes Bündel am Maßnahmen auf den Weg bringen konnten, die zur Entschärfung dieses unfallträchtigen Streckenabschnitts beitragen sollen. Im Zuge unserer Verkehrsüberwachungs-maßnahmen werden wir ein besonderes Augenmerk auf das Fahrverhalten und hier vor allem auf die Ablenkung durch Benutzung von Mobiltelefonen richten."

Der Leiter des Referats für Straßenplanung beim Regierungspräsidium Stuttgart, Jürgen Holzwarth, meint: "Wir sind sicher, dass die geplanten verkehrstechnischen und straßenbaulichen Maßnahmen kurzfristig wirken und die Verkehrssicherheit dauerhaft gesichert ist".

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