Städte untersagen Zusammenkünfte ab zehn Personen

Einigung im Landkreis: Kommunen verschärfen die Maßnahmen der Landesverordnung

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    So ist es erlaubt: Die Städte haben jetzt größere Treffen verboten / Foto: Archiv

Am Dienstag saßen der Landrat und alle Bürgermeister aus dem Kreis Böblingen zusammen und einigten sich auf strikte Maßnahmen, um die Corona-Infektionen einzudämmen. Nachdem die Landesverordnung seit Mittwoch gilt, gestalten die Kommunen jetzt die Verfügungen vor Ort aus. Sindelfingen und Böblingen marschieren hier im Gleichschritt. Die Städte untersagen Zusammenkünfte und Ansammlungen von mehr als zehn Personen.

Artikel vom 20. März 2020 - 12:08

BÖBLINGEN/SINDELFINGEN (red). Die Städte Sindelfingen und Böblingen folgen mit ihrer Entscheidung jegliche Zusammenkünfte und Ansammlungen von mehr als zehn Personen zu untersagen der Linie von Bund, Land und Landkreis. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte in ihrer deutschlandweiten Ansprache appelliert: „Es ist ernst. Nehmen sie es auch ernst!“ Auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann hatte nochmals eindringlich dazu geraten, sich an die Einschränkungen zu halten, um eine Verbreitung des Corona-Virus im Land einzudämmen, da nur so härtere Maßnahmen und Sanktionen umgangen werden könnten. Inzwischen hält der Ministerpräsident auch eine Ausgangssperre für möglich. Seitens des Landkreises Böblingen war eine Empfehlung an die Ortspolizeibehörden herausgegeben worden, Ansammlungen über zehn Personen zu untersagen.


Oberbürgermeister Stefan Belz (Böblingen) und Bernd Vöhringer (Sindelfingen):

„Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, die Lage ist in der Tat ernst. Die Infektionszahlen steigen, auch bei uns im Landkreis und in den Städten. Um eine weitere Verbreitung des Corona-Virus einzudämmen oder zumindest zu verlangsamen, sind wir alle gefragt! Nur wenn jeder seine sozialen Kontakte auf das Nötigste reduziert, handeln wir gemeinsam gegen das Virus. Daher haben beide Städte gemeinsam entschieden, Ansammlungen mit mehr als 10 Personen im Sinne des Infektionsschutzes zu untersagen.

Und wir möchten an Sie alle appellieren: Bitte halten Sie sich an die Vorgaben und seien Sie solidarisch: Bleiben Sie zuhause, soweit es möglich ist. Wir wissen, dass die getroffenen Regelungen und Einschränkungen sehr weit gehen und den Alltag jedes Einzelnen stark einschränken. Ein öffentliches Leben, wie wir es kennen, findet damit nicht mehr statt. Diese Entscheidungen sind uns nicht leicht gefallen, weil wir wissen, was das für Sie und für uns alle bedeutet. Aber wir müssen alles dafür tun, die Bevölkerung zu schützen. Seien wir vor allem solidarisch mit all jenen in unserer Gesellschaft, die einem besonderen Risiko durch den Virus ausgesetzt sind. Auch wenn Sie jung und fit sind – denken Sie an Ihren Opa, Ihre Oma, oder auch den Verwandten oder Freund mit Vorerkrankungen.

Wenn wir jetzt konsequent sind, haben wir noch die Chance, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Und sobald wir die Chance sehen, wieder zu dem öffentlichen Leben zurückzukehren, wie wir es gewohnt sind, und wie wir es alle schätzen, werden wir dies auch wieder tun. Nichts würden wir lieber tun als das.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, seien Sie solidarisch. Und bleiben Sie gesund."


Thomas Frech und Rainer Just, Kommandanten der Feuerwehren Böblingen und Sindelfingen:

„Mit den Maßnahmen soll sichergestellt werden, dass eine Ausbreitung des Virus eingeschränkt oder zumindest deutlich verlangsamt wird. Dies ist wichtig, damit es nicht zu einer Überlastung des Systems kommt. Wir müssen gemeinsam alles dafür tun, dass kritische Infrastrukturen weiterhin funktionieren und wir die Infektionskurve niedrig halten.“



Eine Zusammenstellung aktueller Informationen für Sindelfingen ist auf der städtischen Webseite unter www.sindelfingen.de/corona zu finden.
Die Stadt Böblingen hält auf ihrer Webseite www.boeblingen.de/corona-virus aktuelle Hinweise und Informationen bereit.

Weitere Informationen erhalten Sie auf den Internetseiten
-        des Landratsamts Böblingen www.lrabb.de
-        des Robert Koch Instituts www.rki.de/covid-19
-        des Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg - www.gesundheitsamt-bw.de
-        des Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg www. sozialministerium.baden-wuerttemberg.de

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