Corona: Öffentliches Leben im Kreis Böblingen wird weiter eingeschränkt

Kreisverwaltung und Kommunen verständigen sich auf gemeinsame Linie: Alle Veranstaltungen im Kreis Böblingen bis 15. Juni 2020 verboten

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    Auch Hochzeiten sollen bis 15. Juni nicht mehr stattfinden / Foto: Álvaro CvG/Unsplash

Am Dienstag, 17. März, trafen sich Oberbürgermeister und Bürgermeister aller Städte und Gemeinden im Landkreis Böblingen gemeinsam mit Landrat Roland Bernhard im Landratsamt. Nachdem Bund und Land am Montag weitreichende Anordnungen erlassen haben, beispielsweise zur Schließung von Geschäften und öffentlichen Einrichtungen wie Sport- und Spielplätze, sollte es in der Besprechung um jene offenen Punkte gehen, die von höherer Stelle noch nicht geregelt sind.

Artikel vom 18. März 2020 - 12:40

KREIS BÖBLINGEN (red). Wie das Landratsamt in einer Pressemitteilung schreibt, haben sich die Kreiskommunen auf eine gemeinsame strenge Linie verständigt. Zu den einschneidenden Maßnahmen zählt, dass alle Versammlungen und Veranstaltungen verboten sind. Auch Menschenansammlungen mit mehr als zehn Personen sind untersagt. Diese Regelung gilt für öffentliche und private Treffen sowohl im Freien wie in geschlossenen Räumen. Dazu zählen auch Trauungen, Partys und private Treffen, für begründete Einzelfälle, etwa bei Bestattungen, können Ausnahmen zugelassen werden. Diese gemeinsame Regelung soll bis zum 15. Juni 2020 gelten, das heißt bis zum Ende der Pfingstferien.

Sämtliche Rathäuser sind ab sofort für den unangemeldeten Kundenverkehr geschlossen. Kunden können nur nach Terminvereinbarung und unter strengen Zugangskriterien das Rathaus betreten. Damit folgen die Kommunen dem Landratsamt, das bereits seit Montag diese Regelung praktiziert.

Des Weiteren wurde gemeinsam abgestimmt, wie die Funktionsfähigkeit kritischer Dienstleistungen und der kritischen Infrastruktur sichergestellt werden kann. Darunter versteht man den Kernbereich öffentlicher Daseinsvorsorge, der für die Bürgerinnen und Bürger unerlässlich und dringend ist. Dazu wird, falls möglich, unverzichtbares Personal in den Rathäusern, Klär- und Stadtwerken, Betriebsdiensten usw. in Doppel- oder Dreifachbesetzung eingesetzt und die jeweiligen Einheiten mittels räumlicher und zeitlicher Trennung voneinander separiert, z.B. durch Schichtarbeit. Wenn also wegen Krankheit und Quarantäne eine Einheit ausfällt, kann ihre Aufgabe durch eine zweite ersetzt werden, die nicht untereinander in direktem Kontakt stehen.

Derweil tagt auch im Landratsamt Böblingen der Krisenstab zweimal täglich. Als Vorsichtsmaßnahmen in Form einer Telefonkonferenz.

Die Hotline des Gesundheitsamts ist ab Dienstag nochmals neu organisiert und technisch aufgerüstet. Die Erreichbarkeit soll dadurch besser werden; zuletzt gab es vermehrt Schwierigkeiten, weil die Leitungen dem Ansturm nicht mehr gewachsen waren.

Landrat Roland Bernhard dankt allen Bürgermeistern und Oberbürgermeistern für das gegenseitige Verständnis, dass man nur im Zusammenwirken der 26 Städte und Gemeinden die Krise meistern und den Ausbruch des Virus verlangsamen kann.

Die aktuellen Fallzahlen betragen im Landkreis Böblingen, Stand Dienstag Nachmittag, 66.

Eine tagesaktuelle Übersicht über alle Absagen und Schließungen gibt es hier.

Aktuelle Informationen zu Corona im Landkreis Böblingen gibt es auf www.lrabb.de/coronavirus

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