Wildblumen stärken Biodiversität

Dem Artensterben entgegenwirken: Landschaftserhaltungsverband verteilt Saatgut an Imker

Artikel vom 13. März 2020 - 18:30

KREIS BÖBLINGEN (red). Eines der aktuell größten Umweltprobleme ist das massive Artensterben. Das Bestreben um mehr Biodiversität beschäftigt Kommunen, Landwirte, Imker, Jäger und Naturschützer gleichermaßen, denn der Artenschutz wird dringlicher. "Der Erhalt der biologischen Vielfalt ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung", so Landrat Roland Bernhard in einer Pressemitteilung.

Besonders betroffen sind die Insekten. Aufgrund ihrer besonderen Stellung innerhalb der Ökosysteme sind sie für Mensch und Natur unersetzliche Lebewesen. Sie bilden die Nahrungsgrundlage für eine Vielzahl weiterer Tierklassen wie Vögel, Säugetiere, Amphibien und Reptilien. Zudem zählen sie zu den wichtigsten Pflanzenbestäubern und stellen so neben dem Fortbestand der Pflanzenwelt auch einen Großteil der menschlichen Ernährung sicher.

Ein Baustein, um der Problematik entgegenzuwirken, ist es, die Lebensräume der Insekten im Offenland ökologisch aufzuwerten. In unserer heutigen Landschaft mangelt es vor allem im Spätsommer an bunt blühenden Wiesen.

Aus einer gemeinsamen Idee der Vorsitzenden der Bezirksvereine für Bienenzucht Böblingen/Sindelfingen, Herrenberg und Leonberg sowie Landrat Bernhard entstand die Initiative des LEV, eine zertifizierte Saatgutmischung aus gebietseigenen Wildblumen an die Imkerverbände zu verteilen. Insgesamt 15 Kilogramm Saatgut wurden den Imkervereinen kostenlos zur Verfügung gestellt. Daraus soll ein 7500 Quadratmeter großer, "bunt gedeckter Tisch" entstehen.

Generell gilt, wer eine Wildblumenwiese einsät, hilft Bienen, Schmetterlingen und einer Vielzahl anderer Insekten und leistet insgesamt einen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität. Zudem erfreut sich auch das menschliche Auge an der vielfältigen Blütenpracht.

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