Böblinger Besuch in Afrika

Partnerschaft des Kirchenbezirks mit Burkina Faso besteht seit 50 Jahren - Feier im Herbst

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    Ein neuer Brunnen ist gerade fertig geworden - links Karin Feiler, die den Dekan auf der Reise begleitete Fotos: red

Seit 1970 unterhält der evangelische Kirchenbezirk Böblingen eine Partnerschaft mit Gemeinden in Burkina Faso. Im Herbst wird das gefeiert, dann kommen auch afrikanische Gäste nach Deutschland. Bevor Dekan Bernd Liebendörfer im Sommer in den Ruhestand geht, war er vor Kurzem zu einem offiziellen Abschiedsbesuch vor Ort.

Artikel vom 28. Januar 2020 - 17:36

BÖBLINGEN (red). Beim Besuch in Burkina Faso ging es nicht nur um aktuelle Hilfsprojekte und die alljährliche Mango-Aktion, sondern auch um die schwierige Sicherheitslage in dem afrikanischen Land, das zwischen Mali, Niger und Ghana liegt.

Denn die Sicherheitslage vor Ort hat sich in den letzten Jahren spürbar verschlechtert. Im Norden des Landes gibt es Anschläge von islamistischen Terroristen. Das ganze Land ist verunsichert. Umso wichtiger war es dem Dekan, mit seinem Besuch ein Zeichen der Verbundenheit zu setzen. Gemeinsam mit Bernd Liebendörfer reiste die Vorsitzende der Partnerschaftsarbeit des Kirchenbezirks, Karin Feiler aus Maichingen, nach Burkina Faso mit. Sie hat selbst vier Jahre dort gelebt und kennt die Situation sehr gut. Mit ihr zusammen hat der Dekan Opfer und Flüchtlinge der terroristischen Anschläge getroffen, die ihre Heimat verlassen mussten, alles verloren haben und nun weiter im Süden des Landes leben. "Es sind tief traumatisierte Menschen", berichten die Böblinger. Liebendörfer und Feiler waren bei der Übergabe von 150 Säcken Reis in der Stadt Kaya an Flüchtlinge dabei.

Weitere Projekte wurden von Liebendörfer und Feiler besucht, die der Böblinger Kirchenbezirk gefördert hat. In einer Schule für Blinde wird die Schulkantine unterstützt. In einer anderen Schule in der Hauptstadt Ouagadougou war mit Hilfe des Kirchenbezirks eine Renovierung möglich, vor allem das marode Dach hatte eine Sanierung nötig. In dem kleinen Dorf Waguissi wurde wenige Tage vor dem Besuch aus Deutschland ein Brunnen fertig, dessen Bau der Böblinger Kirchenbezirk wesentlich mitfinanziert hat.

2018 mussten alle Mangos wegen Fruchtfliegen vernichtet werden

Neben dem Besuch solcher Projekte war die Vorbereitung der nächsten Mango-Tage ein wichtiges Thema auf der Reise. Sie stand immer noch unter dem Eindruck, dass 2018 alle Mangos wegen Fruchtfliegenbefall vernichtet werden mussten. Gespräche wurden mit den Lieferanten, der Fluggesellschaft und dem Landwirtschaftsministerium geführt. Burkina hat das große Problem erkannt, dass in den letzten Jahren durch den Befall von Fruchtfliegen entstanden ist. Mit einem ganzen Bündel von Maßnahmen versucht man in Burkina, die Mangos und die Landwirtschaft insgesamt zu schützen.

Offiziell wurde dem Dekan, der die Partnerschaft 20 Jahre lang mitgestaltet hat, bei einem festlichen Empfang eine Dankesurkunde der burkinischen Partner überreicht. Beide Seiten betonten, wie wertvoll diese Kooperation sei. Man bekräftigte das große Interesse, die Partnerschaft noch lange fortzuführen.

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