Eisenmann: Tochterunternehmen nach Südkorea verkauft

Insolvenz von Eisenmann in Böblingen: Thermal Solutions GmbH geht an Onejoon - Arbeitsplätze und Standorte bleiben erhalten

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    So sieht eine Industrieofen-Anlage der Thermal Solutions GmbH aus Foto: Eisenmann

Artikel vom 10. Januar 2020 - 07:00

BÖBLINGEN (red/krü). Weiterhin ist die Zukunft des Böblinger Anlagenbauers Eisenmann unklar. "Wir sind nach wie vor in Gesprächen mit möglichen Investoren", teilt ein Sprecher des Insolvenzverwalters Joachim Exner mit. Und doch ist am Donnerstagnachmittag ein Teilvollzug vermeldet worden. Den Geschäftsbetrieb des Tochterunternehmens "Eisenmann Thermal Solutions" hat der Insolvenzverwalter an Onejoon aus Korea verkauft. Beide Standorte und alle rund 200 Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben. In Bovenden in Niedersachsen sind etwa 140 Mitarbeiter beschäftigt, in Böblingen rund 60.

Die Eisenmann Thermal Solutions GmbH & Co. KG ist auf die Entwicklung, die Herstellung und den Vertrieb von Industrieöfen zur Herstellung von verschiedenen Werkstoffen spezialisiert. Als Tochtergesellschaft der Eisenmann-Gruppe musste das Unternehmen Anfang August 2019 einen Insolvenzantrag stellen. "Allerdings gehört Eisenmann Thermal Solutions nicht zum Kerngeschäft der Eisenmann-Gruppe, so dass Exner für dieses Unternehmen eine getrennte Investorenlösung umgesetzt hat", betont der Sprecher des Insolvenzverwalters, "insofern kann keine Rede davon sein, dass Eisenmann etwa zerschlagen werde."

Verkaufte GmbH gehört nicht zum Kerngeschäft von Eisenmann

Erwerber des Geschäftsbetriebs ist die Onejoon Thermal Solutions GmbH mit Sitz in Bovenden, eine Tochterfirma des koreanischen Maschinenbauunternehmens Onejoon. Der Konzern hat sich auf die Herstellung von Öfen zur Verarbeitung von Kathoden- und Anodenmaterialien in der Lithium-Ionen-Batterie-Industrie spezialisiert. Bereits seit 2015 hat Eisenmann mit Onejoon zusammengearbeitet. Am kommenden Mittwoch, 15. Januar, wird der Geschäftsbetrieb der Eisenmann Thermal Solutions GmbH übergeben.

Joachim Exner hatte die Eisenmann Thermal Solutions GmbH & Co. KG seit dem Insolvenzantrag in vollem Umfang fortgeführt und die Sanierung des Geschäftsbetriebs vorangetrieben. "Dass dies gelingen konnte, ist vor allem das Verdienst der Mitarbeiter, die während der letzten Monate mit vollem Engagement ihrem Unternehmen die Treue gehalten haben", betont Exner, geschäftsführender Partner der Kanzlei Dr. Beck und Partner in Nürnberg.

Im Juli 2019 hatte das Böblinger Unternehmen Eisenmann Insolvenz angemeldet. Rechtsanwalt Joachim Exner versucht seitdem einen passenden Investor zu finden, der Eisenmann übernimmt. Betroffen sind insgesamt rund 3000 Mitarbeiter (davon 600 in der Firmenzentrale in Böblingen und etwa 850 in Holzgerlingen).

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