115 Millionen Euro für die Kliniken in Leonberg und Herrenberg

Kleinere Krankenhäuser im Kreis Böblingen werden modernisiert: Grünes Licht für Baumaßnahmen

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    72,5 Millionen Euro sollen in Modernisierungsarbeiten am Leonberger Krankenhaus fließen, damit die Klinik für Patienten und Mitarbeiter attraktiv bleibt Fotos: red
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    Das Klinikum in Herrenberg bekommt einen neuen Hubschrauberlandeplatz

Die Modernisierung der Krankenhäuser Leonberg und Herrenberg nimmt Gestalt an: Der Planungs- und Bauausschuss (PBA) des Landkreises Böblingen hat die fertige Entwurfsplanung für Leonberg freigegeben und parallel die weitere Planung für Herrenberg beauftragt. Insgesamt geht es um Investitionen von 115 Millionen Euro.

Artikel vom 09. Dezember 2019 - 17:36

KREIS BÖBLINGEN (red). Moderner, zukunftsweisender und zeitgemäßer, um für Patienten und Mitarbeiter attraktiv zu bleiben: Damit dieses Ziel erreicht werden kann, nimmt der Landkreis Böblingen nun 72,5 Millionen Euro für Modernisierungsmaßnahmen in Leonberg und 42,5 Millionen Euro für Herrenberg in die Hand.

"Die Beschlüsse des Planungs- und Bauausschuss (PBA) des Landkreises zu den Investitionen in den Krankenhäusern sind ein bedeutender Meilenstein", sagt Landrat Roland Bernhard, "wir senden damit ein wichtiges Signal an die Patienten und die Mitarbeitenden." Damit soll auch klar sein, dass die Kliniken in Leonberg und Herrenberg trotz des kommenden Neubaus der Flugfeldklinik keinesfalls benachteiligt oder vergessen werden.

"Es steht ein arbeitsreiches Jahr bevor, wenn an beiden Standorten 2020 erste Baumaßnahmen sichtbar werden", kündigt Bernhard an, "die Entwurfsplanung für Leonberg ist am 16. Dezember noch im Kreistag zu beschließen." Jörg Noetzel, medizinische Geschäftsführer des Klinikverbundes Südwest: "Für beide Häuser haben wir in den vergangenen Monaten mit unseren Mitarbeitern gute Ideen und zukunftsfähige, bauliche Lösungen entwickelt." Diese enge Nutzereinbindung werde sich auch in den weiteren Planungs- und dann vor allem in den Bauphasen fortsetzen. In den kommenden Wochen stehen unter anderem für Leonberg die Erstellung der Förderanträge beim Sozialministerium sowie die weitere Genehmigungsplanung an, für Herrenberg schließt sich jetzt die Phase der Entwurfsplanung an, welche Mitte des kommenden Jahres dann im zuständigen Ausschuss respektive Kreistag vorgestellt wird.

Erste Umbaumaßnahmen haben bereits begonnen

In Leonberg fließen allein rund 52,5 Millionen Euro des Gesamtvolumens in die Modernisierung der Gebäudestruktur und Gebäudetechnik, der Rest geht in die Planung und Erschließung inklusive der Außenanlagen und Ausstattung. Die ersten Umbau- und Interimsmaßnahmen hierfür haben im Hintergrund bereits begonnen, richtig sichtbar werden die Arbeiten am sogenannten "Pavillon" im Frühjahr 2020, alle weiteren Modernisierungsmaßnahmen innerhalb der Klinik schließen sich dann sukzessive ab Mitte 2020 an. Neben einer Erneuerung der Gebäudetechnik sehen die Planungen in den kommenden fünf Jahren mehrere Teilprojekte für das Krankenhaus Leonberg vor - insgesamt eine Modernisierung von fast 15 000 Quadratmetern Nutzfläche. Bereits umgesetzt wurden hier zuletzt unter anderem der Neubau der Intensivstation oder die Notstromversorgung.

Bis Ende 2024 bleiben damit aber immer noch gut 10 000 Quadratmeter, denen man den Zahn der Zeit ziehen muss. So werden zum Beispiel sukzessive der OP-Bereich, die Notfallaufnahme mit Untersuchungskabinen oder die Radiologie und die Ambulanzen modernisiert. Die Sanierung der Operationssäle erfolgt stufenweise im laufenden Betrieb. Die restlichen, noch nicht modernisierten Pflegestationen werden im Standard an die heutigen Anforderungen angepasst. Hinzu kommt eine Wahlleistungsstation im zweiten Obergeschoss des Nordflügels mit gehobener Ausstattung.

In Herrenberg verteilen sich die 42,5 Millionen Gesamtinvestition auf 24 Millionen Euro für die Modernisierung der Gebäudestruktur und -technik, etwas über vier Millionen Euro für Ausstattung und Außenanlagen, 2,5 Millionen Euro für die Neuverortung des Hubschrauberlandeplatzes und der Rest in Planung und Nebenkosten.

Zum anvisierten Baustart Ende 2020/Anfang 2021 wird der OP-Bereich an den aktuellen Stand bei Krankenhausneubauten angepasst und im laufenden Betrieb auf die freie Dachfläche über dem Erdgeschoss erweitert. Im Zuge dessen wird auch der Aufwachbereich deutlich vergrößert. Integriert wird auf dieser Ebene auch der Sectio-Saal (Kaiserschnitt).

Ebenso stößt der derzeitige Kreißsaal-Bereich aufgrund der anhaltend hohen Geburtenzahlen an seine Kapazitätsgrenzen (jeweils bis zu 1400 Geburten jährlich). Der Kreißsaal-Bereich daher von drei auf vier Säle erweitert, und um möglichst kurze Wege unter anderem für Not-Kaiserschnitte zu ermöglichen, angrenzend an den OP-Bereich platziert.

Die Intensivstation wird nach Fertigstellung in moderne Räumlichkeiten mit drei beatmeten Intensivplätzen und vier überwachten Intermediate-Care-Betten umziehen. Neben den Funktionsbereichen werden aber auch die Pflegestationen mit ihren Patientenzimmern saniert und zeitgemäß modernisiert. Zukünftig wird auch im Krankenhaus Herrenberg dann die 2-Bettzimmer-Struktur mit eigener Nasszelle (Dusche und WC) im Zimmer zum Standard.

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