Schönbuchbahn: Schülerprotest wegen Verzögerung

Verärgert: Jugendliche des Böblinger Otto-Hahn-Gymnasiums schreiben einen Offenen Brief an Landrat Roland Bernhard

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    Am 15. Dezember soll sie wieder fahren: Die Bahnkunden warten sehnsüchtig darauf Foto: Archiv

Artikel vom 28. Oktober 2019 - 17:48

BÖBLINGEN (jps). In einem Offener Brief an Landrat Roland Bernhard haben Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums ihrem Ärger über Verzögerungen beim Ausbau der Schönbuchbahn Luft gemacht. Kurz vor Ende der Sommerferien wurde bekannt, dass die für 11. September geplante Eröffnung sich um weitere drei Monate verschiebt. Die Folge: Pendler und Schüler von der Schönbuchbahn sind weiter auf den Schienenersatzverkehr per Bus angewiesen.

"Angesichts dessen, dass es in Berlin einen Flughafen geben soll, dessen Eröffnung immer wieder verschoben wird (ein Luftschloss vielleicht?), beschleicht uns leicht ein Gefühl von Déjà vu, was unsere - von uns sehr geschätzte und für uns sehr wichtige - ,Schöni' betrifft. Wir protestieren energisch dagegen, dass die ursprünglich für ein Jahr (wir dachten damals, das sei eine unmögliche Zumutung!) angekündigte Sperrung nun schon über zwei Jahre andauert", schreiben die Schüler.

Ursprünglich war der Start des zweigleisigen Betriebs zwischen Böblingen und Holzgerlingen sogar schon zum Fahrplanwechsel Anfang Dezember 2018 geplant. Doch diverse Schwierigkeiten beim Bau warfen die Arbeiten zurück: schützenswerte Eidechsen, hartes Gestein und ein Bombenfund. Zwischenzeitlich wurde Anfang 2019 daraus, weil ein Planungsbüro die Leitungsmasten für die Elektrifizierung falsch berechnet hatte. Durch weitere Schwierigkeiten bei der Anbindung der Trasse an das Netz der Deutschen Bahn verzögerten das Projekt im Sommer 2019 ein drittes Mal. Auf der damaligen Zweckverbands-Versammlung sicherte Landrat Roland Bernhard zu, dieser Termin sei "unumstößlich".

"Schienenersatzverkehr kostet jeden Tag Zeit und Nerven"

Die Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums zeigen sich davon unbeeindruckt: "Wir sind sehr verärgert, weil wir uns nicht ernst genommen fühlen, uns der Schienenersatzverkehr jeden Tag Zeit und Nerven kostet und der Schienenverkehr sehr viel umweltfreundlicher ist als Autos und Busse. Politiker und Verwaltungen sollten sich nicht wundern, wenn junge Leute wie wir ihren Versprechen nicht trauen, oder gar an ihren Fähigkeiten zu zweifeln beginnen, wenn alle drei Monate die zugesagte Eröffnung einer für uns wichtigen Infrastruktur (wir fahren ja nicht Auto wie die Erwachsenen) wieder und wieder und wieder und wieder und wieder verschoben wird."

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