Gaumenschmaus, Jonglierkunst und Soulklänge

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    Aus dem Shopping- wurde ein Partytempel

Seit 2018 findet die Party, auf der nur schwarze oder weiße Garderobe erwünscht ist, im Kreis erlesener Gäste statt. Am Samstag war es wieder soweit: Breuningerland-Centermanager Serge Micarelli hatte geladen. Für ihn war es auch eine Art Abschiedsparty.

Artikel vom 20. Oktober 2019

Von Jan-Philipp Schlecht

Weiß-Schwarz. Der Gag der Black-Or-White-Night ist seit jeher der Dresscode. Der soll frei von Farbe sein. Hervorgegangen war die Party aus einem Ü-30-Format, das ebenfalls im Breuningerland stattfand. Bis ins Jahr 2017 stand für die Black-or-White der ganze Shoppingtempel zur Verfügung und regelmäßig kamen 2- bis 3000 Nachtschwärmer. Wegen verschärfter Sicherheitsvorkehrungen ging man 2018 dazu über, im kleineren Kreis zu feiern.

 

Wohl gewandet. An die Kleiderordnung hielten sich alle Gäste vorbildlich. An der Garderobe der Anwesenden war kein Farbtupfer zu sehen. Allerdings überwog die Farbe Schwarz, versehen mit kleinen weißen Akzenten. Kaum einer erschien ganz in der Farbe der Unschuld.

 

Wehmut. Ein wenig Bedauern schwingt schon in der Stimme von Serge Micarelli, der am Samstag im Restaurant Frish wieder zur alljährlichen Schwarz-Weiß-Sause geladen hatte. "Es ist wohl meine letzte Black-Or-White-Party", sagt er gleich zur Begrüßung. Der Grund: Die Shopping Mall wird zum Jahreswechsel ein neues Centermanagement bekommen. Micarelli arbeitet in den Diensten der ECE Projektmanagement GmbH, die die Mall seit 20 Jahren betreut hat - und jetzt durch das Unternehmen Unibail-Rodamco-Westfield ersetzt wird. Er wird die Führung des Breuningerlands also abgeben. Trotzdem folgten seiner Einladung an die 250 erlesene Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

 

Wermut. Gegen Abschiedsgefühle halfen die Jonglierkünste von Barkeeper Soner Altan. Der wirbelte mal kurz drei weiße Malibu-Flaschen durch die Luft, bevor er deren Inhalt kunstvoll in ein Cocktailglas laufen ließ. Der Stuttgarter wurde von der Deutschen Barkeeper-Union schon vier Mal als Deutscher Meister prämiert. Und in der Tat serviert er Sex on the Beach und Caipirinha, nicht ohne dabei Eiswürfel hinter seinem Rücken aufzufangen oder den Shaker auf dem Kopf zu balancieren. Raffiniert. Im Brotberuf serviert er an der Hotelbar des Motel One am Stuttgarter Hauptbahnhof seine flüssigen Köstlichkeiten.

 

Warme Schokolade. Die floss in Strömen am Schokobrunnen des Nachtischbuffets. Dort hinein tunkten die Gäste Ananas-Erdbeer-Trauben-Spieße und luden sich noch Gaumenschmäuse wie französische Macarons, Pralinés oder Petit Fours auf den Dessertteller. Kaum weniger deliziös war der Hauptgang: Hier konnte man zwischen Rinderfilet mit Trüffel-Hollandaise an Brezelknödeln mit Waldpilzsauce oder Zanderfilet wählen. Wer es lieber asiatisch-exotisch mochte, ging an den Grill und bestellte die Entenbrust mit Erdnusssauce.

 

Willige Tänzer. Gut gefüllt war ab dem Auftritt der Profi-Formation The Night-Live-Band die Tanzfläche vor dem Lokal Snax. Die Musiker um Sänger Sanoj Abraham fackelten nicht lange und spielten gleich zu Beginn Stevie Wonders "Superstition" gefolgt von "Ain't nobody" von Chaka Khan. Die Menge dankte es der Band und bevölkerte das Parkett bis weit nach Mitternacht.

 

Wuchtige Karossen. Stumme Beobachter des (un-)bunten Treibens waren - natürlich - weiße und schwarze Boliden der Marke mit Stern. Sie parkten ausnahmsweise mal nicht nur vor der Schiebetür, sondern auch dahinter. Einer der Partner des Abends war die Mercedes-Benz-Niederlassung Stuttgart, die die CLA-Coupés ins Erdgeschoss stellte.

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