Stickoxid-Werte in der Böblinger Poststraße über Grenzwert

Weitere Messungen bestätigen die Schadstoffbelastung - Maßnahmen bei Masterplan Schlossbergring?

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Zu stark verschmutzte Luft bleibt ein Thema in Böblingen. Laut aktueller Messungen besteht in der oberen Poststraße weiterhin Handlungsbedarf, die Werte sind aber nicht dramatisch. Man will das Problem über den Masterplan Schlossbergring in den Griff bekommen.

Artikel vom 18. Oktober 2019 - 18:06

Von Robert Krülle

BÖBLINGEN. Seit dem Jahr 2016 wird der Schadstoffgehalt der Böblinger Luft gemessen, vor allem in der Talstraße und in der Poststraße. Immer wieder gab es im Gemeinderat großen Streit, wie mit den Werten umzugehen sei. Nicht zuletzt, weil bei erhöhten Werten ein Luftreinhalteplan droht, der einige Maßnahmen erzwingt. Letztlich hatte man sich zumindest darauf geeinigt, die Messungen im Jahr 2019 mit sogenannten Passivsammmlern fortzuführen.

Nun hat der Böblinger Tiefbauamtsleiter Frank Bader im Umweltbeirat des Gemeinderats die Messergebnisse der vergangenen Monate vorgestellt. Und es bleibt dabei: In der oberen Poststraße auf Höhe des Apothekergässles besteht Handlungsbedarf. Auf das ganze Jahr 2019 hochgerechnet ergibt sich dort bei den Stickstoffdioxiden (NO2) ein Wert von 45 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, bei 40 liegt der Grenzwert. Der Höchstwert wurde im Februar sogar mit 55 gemessen. Wie von den Gemeinderäten 2018 gefordert, wurde in der Poststraße zusätzlich einige Meter weiter unten gemessen, mit unproblematischen Ergebnissen. Am Plattenbühl liegt das Jahresmittel bei 38. Am dritten Messpunkt in der Talstraße bei der Post liegt der Wert sogar bei 32.

Sprich: Für die obere Poststraße müsste streng genommen ein Luftreinhalteplan samt entsprechender Maßnahmen erstellt werden. Doch das zuständige Regierungspräsidium hält sich noch bedeckt, wie Frank Bader den Stadträten mitteilte. Offenbar ist der Wert für die Behörde noch im Kulanzbereich. Dennoch schlägt die Stadtverwaltung vor, im Rahmen des Masterplans Schlossbergring einige Umgestaltungen in der Poststraße vorzunehmen, die Abhilfe verschaffen. Wie das genau aussehen soll, muss aber noch geklärt werden.

Entwarnung beim Thema Feinstaub

Beim Thema Feinstaub gab Frank Bader zudem Entwarnung. Die Messungen in Böblingen würden zeigen, dass der Tagesgrenzwert von 50 Mikrogramm zwar an etwa 25 Tagen pro Jahr gerissen werde (vor allem im Januar), das sei aber in der Gesamtschau unproblematisch.

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