Neue Zufahrt zu IBM in Ehningen soll Verkehr nicht behindern

IBM erhält zweites Entree und Ehningen eine Erschließungsstraße für neues Gewerbegebiet - Gemeinderat fordert Verbesserungen

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    Ehningen plant eine neue Gemeindestraße für die IBM-Erweiterung auf der riesigen Grünfläche und ein neues Gewerbegebiet: Parallel zum bestehenden Wirtschaftsweg und der Allee wird die geplante Erschließungsstraße geführt und in die Kreisstraße (rechts) münden Foto: Stefanie Schlecht

Nach seiner Erklärung am Dienstagabend im Gemeinderat, nicht mehr bei der Bürgermeisterwahl anzutreten, machte Claus Unger gleich seine Ankündigung wahr, trotzdem die projektierten Vorhaben voranzutreiben: Er präsentierte die mit dem Landkreis abgestimmte Planung für die Erschließung der IBM-Erweiterung.

Artikel vom 16. Oktober 2019 - 18:00

Von Matthias Weigert

EHNINGEN. Weitere 2000 Arbeitsplätze und die Aussicht auf noch mehr Gewerbesteuer sind verlockend für Ehningen. Deshalb plant die Gemeinde auf Wunsch der IBM an der Kreisstraße auch ein zweites Entree, das zugleich als Erschließungsstraße für ein weiteres Gewerbegebiet im Süden der Kreisstraße dienen soll.

Trotz der rosigen Zukunftsaussichten, die mit der IBM-Erweiterung für Ehningen verbunden sind, hatten die Gemeinderäte ein kritisches Auge auf den aktuellen Planungsstand der Erschließungsstraße, die parallel zu einem bestehenden Wirtschaftsweg und einer Allee geführt werden soll und in die stark befahrene Kreisstraße mündet, weshalb der Radweg auf der Nordseite geführt werden wird.

Weder Fußgängerbrücke noch Überweg

"Im Kreuzungsbereich haben wir schmale Wege für Radfahrer und Fußgänger", monierte Gemeinderätin Uta Stachon (Freie Wähler) und brachte ebenso wie Daniela Toscano (Grüne) eine Fußgängerbrücke ins Spiel. Davon hält Ortsbaumeister Dan Häring aber nichts. Er hatte eine Andienung des Fußgängerverkehrs über den Altdorfer Weg und eine Querungshilfe an der Ampel vorgesehen. Doch aufgrund der Anregung aus dem Gemeinderat, den Fußgängerverkehr weiter nur über die Hildrizhausener zu führen, will Häring die Planung dahingehend überarbeiten lassen, dass Querungshilfe sowie Fußweg im Altdorfer Weg gestrichen werden.

Eine Abbiegespur auf der Kreisstraße ist vorgesehen, um den Verkehr von Gärtringen nach Böblingen nicht über Gebühr zu behindern. Schließlich wird die vorgesehene Ampelanlage in jedem Fall den Verkehrsfluss ins Stocken bringen. Darin sind sich alle Beteiligten einig. Der vorliegenden Planung zum Neuanschluss der IBM stimmt der Landkreis dennoch zu, allerdings mit der Einschränkung, dass aus dem Altdorfer Weg nicht mehr ein, sondern nur noch ausgefahren werden kann. Konkret bezieht sich dies auf den dortigen Reifenhandel, der künftig über den Altdorfer Weg ausfahren muss.

Über die neue Erschließungsstraße soll auch Busverkehr fließen, weshalb nach der Haltebucht eine Wendemöglichkeit vorgesehen ist. Im weiteren Verlauf sind mehrere Abfahrten auf das IBM-Gelände geplant, und zwar zu den neu entstehenden Gebäuden und den Parkplätzen. Weitere Einmündungen Richtung neues Gewerbegebiet werden ebenfalls bereits angelegt.

Retentionsbecken wegen Versiegelung

Die deshalb große Versiegelung der Flächen muss aufgrund des Hochwasserschutzes mithilfe eines neu anzulegenden Retentionsbecken im Zwickel zwischen Kreisstraße und Erschließungsstraße ausgeglichen werden. Um an die entsprechende Flächen zu kommen waren auch Grundstücksverhandlungen nötig.

Demnächst stehen Lärmberechnungen an und die Ermittlung der Auswirkungen auf die Rinderhaltung in nächster Nähe zu der IBM-Erweiterung. Gespräche mit dem betreffenden Landwirt wurden laut Bürgermeister geführt. Das Baugesuch für die neue Gemeindestraße kündigte der Schultes für Anfang nächstes Jahr an, damit Ende 2022 die Erschließungsstraße für den Verkehr frei gegeben werden kann und die neuen IBM-Gebäude bezogen werden können.

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