A81: Sorge um Verkehrskollaps

Bürgermeister-Brief an den Verkehrsminister

Artikel vom 16. Oktober 2019 - 15:18

KREIS BÖBLINGEN (red). 17 Oberbürgermeister und Bürgermeister aus dem Kreis sowie ihre Kollegen aus Horb und Eutingen artikulieren in einem Brief an Verkehrsminister Winfried Hermann ihre Bedenken angesichts der Verkehrssituation im Kreis in den kommenden Jahren. Anlass ist die Verbreiterung der A81 zwischen Böblingen und Sindelfingen sowie die zeitgleiche Kappung der Gäubahn im Zuge von Stuttgart 21. "Wir sehen mit Sorge die Entwicklungen an unserer Bahn- und Autobahn-Infrastruktur". Die Verkehrsinfrastruktur sei das lebenswichtige Rückgrat für die Unternehmen und Betriebe im Landkreis.

Wie mehrfach berichtet, wird die so genannte Panoramastrecke der Gäubahn zwischen Vaihingen und dem Stuttgarter Hauptbahnhof Stuttgart 21 zum Opfer fallen. Bis zur Eröffnung der neuen Streckenführung über den Stuttgarter Flughafen wird die Verbindung in Vaihingen enden. Dies bedeute für etwa 8000 Fahrgäste aus dem Kreis Böblingen und entlang der Gäubahn für rund drei Jahre eine erhebliche Reisezeitverlängerung. Da die S-Bahnen auf dem Streckenabschnitt ab Vaihingen in die Stuttgarter Innenstadt bereits jetzt eine hohe Auslastung aufweisen, befürchten die Rathauschefs, dass Bahnpendler auf das Auto ausweichen.

Als weiteres Problem sehen die Unterzeichner, dass die Panoramastrecke nicht nur von der Gäubahn genutzt wird, sondern bei Störfällen im Tunnel auch von den S-Bahnen. Nach Angaben der Bahn werde die Tunnelstrecke etwa 200 Mal im Jahr gesperrt. Die Panoramastrecke stellt dann die einzige Umfahrungsstrecke dar. "Es ist zu befürchten", heißt es in dem Brief, "dass durch die lang anhaltenden Unannehmlichkeiten im öffentlichen Verkehr Pendlerinnen und Pendler langfristig auf die Straße umsteigen".

Dies sei gerade zu Zeiten des Autobahnausbaus nicht tragbar, da deren Kapazitäten bereits erschöpft seien. "Wir halten diese Situation für einen Zeitraum von rund drei Jahren für kritisch, wenn nicht gar gefährdend für unsere Wirtschaftsstandorte, da wir auf eine funktionierende Infrastruktur für die Pendelnden und für die eigene Bürgerschaft angewiesen sind", schreiben die Bürgermeister und bitten den Verkehrsminister um eine "Interimslösung".

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